Miscanthus als Kultursubstrat: marktfähige Topfkulturen bei bis zu 30 % Faseranteil und auf Fasermatten ebenso hohe Gemüseerträge wie auf Steinwolle
Gehäckselter Miscanthus wird seit 1997 in Kultursubstraten geprüft. In Topf- und Containermischungen mit 15–30 % Faser erreichten die Kulturen Marktqualität, und in den deutschen Forschungsversuchen wurden mit zusätzlichem Stickstoff bis zu 40 % eingesetzt. In Bonn brachten Tomaten und Gurken auf Matten aus reiner Faser denselben marktfähigen Ertrag wie auf Steinwolle, und ein deutscher Demonstrationsbetrieb kultiviert seine Pflanzen auf einer Mischung mit 15 % fermentierter Faser. Eine Mischung mit der Faser braucht zusätzlichen Stickstoff und muss häufiger gegossen werden als ein Torfsubstrat. Außerdem geht es im Artikel um die Aufbereitung, die Kosten, die Torfpolitik und das Produkt, das wir aus der Ernte unserer eigenen Felder vorbereiten.
Der Mulch: Miscanthusmulch · Die Pflanze: Was ist Miscanthus · Die Versuche: Kapitel 02
Die wichtigsten Punkte für Gartenbaubetriebe, Substrathersteller und Hobbygärtner
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In Topf- und Containermischungen mit 15–30 % Miscanthusfaser erreichten die Kulturen Marktqualität.
In den polnischen Versuchen erreichten Hortensie, Aster und Spiraea im Topf bis zu einem Anteil von 30 % Marktqualität, und niederländische Baumschulen haben Thuja auf Mischungen mit 30 % gezogen. Ein deutscher Demonstrationsbetrieb kultiviert seine Pflanzen auf einer Mischung mit 15 % fermentierter Faser, und in den deutschen Forschungsversuchen wurden mit zusätzlichem Stickstoff bis zu 40 % eingesetzt. -
Auf Gemüsematten mit Fertigation waren die Erträge auf reiner Faser so hoch wie auf Steinwolle.
In Bonn brachten Tomaten und Gurken auf gehäckseltem Miscanthus bei unveränderter Kulturführung denselben marktfähigen Ertrag und dieselbe Fruchtqualität wie auf Steinwolle. In späteren Versuchen war der Tomatenertrag auf Kokosfaser am höchsten, gefolgt von Miscanthus und Steinwolle, und Blütenendfäule trat halb so häufig auf wie auf Steinwolle. -
Rohe Faser legt Stickstoff fest, und Kompostierung, Extrusion oder eine Stickstoffvorratsdüngung verringern den Bedarf an zusätzlichem Stickstoff.
In einem belgischen Versuch legte rohes Miscanthusstroh innerhalb einer Woche 70 % des zugegebenen Stickstoffs fest, extrudierte Faser 40 % und Torf nichts. Als Faustregel für die Praxis ergibt sich aus den deutschen Versuchen ein Mehrbedarf von etwa 50 mg Stickstoff je Liter Mischung und je 10 % roher Faser, gerechnet über die Kulturdauer. -
Die Faser hält weniger Wasser als Torf, und Mischungen mit ihr müssen häufiger gegossen werden.
Ihre Luftkapazität ist höher und ihre Wasserkapazität geringer als die von Weißtorf. Wird sie auf 3–5 mm vermahlen, liegt ihr Wasserhaltevermögen im Bereich von Torf. Der pH-Wert ist nahezu neutral und schwach gepuffert, und die Halme geben viel lösliches Kalium ab. -
Als Substratrohstoff bringt die Faser nur dann mehr ein als Brennstoff, wenn der Abnehmer in der Nähe des Feldes sitzt.
Zu dem Preis von 150–200 € je Tonne, den ein niederländischer Anbauer genannt hat, kostet rohes Häckselgut etwa 10–26 € je Kubikmeter. Deutsche Erdenwerke zahlten für Torf frei Werk 21–50 € je Kubikmeter. Beim Häckselgut sind Vermahlung, Behandlung, Stickstoff und Transport noch nicht eingerechnet. Nach unserer Rechnung bringt Faser, die der Käufer abholt, nach Abzug der Erntekosten 1.250–3.700 € je Hektar ein, Brennstoffballen 750–1.780 €. Bei einer Lieferung über 300 km entfällt der größte Teil dieses Unterschieds, bei 1.000 km der gesamte. -
Der Torfeinsatz wird über freiwillige Ziele verringert, und in keinem der betrachteten Länder ist Torf verboten.
Deutschland strebt torffreie Blumenerden für den Hobbybereich bis 2026 und weitgehend torffreie Kultursubstrate im Erwerbsgartenbau bis 2030 an, und die niederländische Branchenvereinbarung (Covenant) hat ihre Ziele für 2025 erreicht. Eine Schweizer Ökobilanzstudie kommt für Miscanthusfaser auf etwa 11 kg CO₂-Äquivalent je Kubikmeter und für Torf auf 254 kg. Eine Arbeit von 2025 und eine Übersichtsarbeit von 2026, die die Zahlen für Torf relativieren, werden in Kapitel 07 besprochen.
Seit 1997 wurde in Topf-, Matten- und Baumschulversuchen ermittelt, bei welchen Faseranteilen die Kulturen Marktqualität erreichen
Seit 2023 kultivieren Betriebe in Deutschland und den Niederlanden Verkaufsware auf Mischungen mit 15–30 % Miscanthus. Zuvor war die Faser in Substratversuchen in Belgien, Dänemark, Polen, Deutschland und den USA roh oder kompostiert in Topf- und Containermischungen eingesetzt worden, um zu ermitteln, welchen Anteil eine Kultur verträgt. An der Universität Bonn war sie anstelle von Steinwolle als Reinsubstrat für Gemüse in erdeloser Kultur geprüft worden. In der Tabelle stehen die Versuche in zeitlicher Reihenfolge, jeweils mit dem veröffentlichten Ergebnis.
| Jahr | Ort | Was geprüft wurde | Ergebnis | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| 1997 | Deutschland | Geschredderter und faseriger Miscanthus in Torf, geprüft an zwei Gehölzarten im Topf | Als „vielversprechend“ beschrieben; der erste veröffentlichte Versuch. | Cárthaigh et al., Acta Horticulturae 450 |
| 2001 | Dänemark | Topfpflanzen auf Stroh, das fünf Monate mit Harnstoff oder Schweinegülle kompostiert wurde | Die Triebe wurden so lang wie auf gedüngtem Torf, das Trockengewicht war aber etwa 30 % geringer; der Güllekompost enthielt zu viel Salz. | Jensen et al., Acta Horticulturae 549 |
| 2011 | USA, Ohio | Hibiskus in Baumschulcontainern, gemahlenes Stroh ersetzt 0–80 % der Kiefernrinde | Mit jeder Stufe nahm der Luftanteil zu, Wasserhaltevermögen und Schüttdichte nahmen ab; das Wachstum ging mit steigendem Anteil zurück, am stärksten bei 80 %. | Altland & Locke, Journal of Environmental Horticulture 29 |
| 2015–17 | Deutschland | Extrudierte Faser mit 20, 30 und 40 % in einer Mischung aus Holzfaser und Torf, geprüft an Kohl, Weigela, Fuchsie und Weihnachtsstern | In den Torfkontrollen wuchsen die Pflanzen besser, außer Weigela, die bei 20 % ebenso gut wuchs. Von den drei geprüften Rohstoffen (Miscanthus, Durchwachsene Silphie und Paulownia) schnitt Miscanthus am besten ab. Eine Stickstoffvorratsdüngung mit Hornspänen war die wirksamste Einzelmaßnahme, und die Trockenmasse von Kohl blieb bis zu einem Anteil von 40 % stabil. | Gramoflor und Universität Bonn, FNR-Projekt 22016314 |
| 2018 | Deutschland, Bonn | Tomaten und Gurken auf gehäckseltem oder aufgefasertem Miscanthus statt Steinwolle, anschließend Verbrennung der gebrauchten Matten | Marktfähiger Ertrag und Fruchtqualität unterschieden sich nicht von denen auf Steinwolle, und die Kulturführung wurde nicht verändert. | Kraska et al., Scientia Horticulturae 235 |
| 2018 | Belgien, ILVO | Erdbeeren mit 20 % Stroh anstelle von Torf, das Stroh roh, extrudiert oder extrudiert und mit Trichoderma beimpft | In einem Versuch keine Wirkung auf den Ertrag, im anderen 35 % weniger Ertrag infolge von Stickstoffmangel; das mit Trichoderma beimpfte Stroh verringerte den Grauschimmelbefall der Früchte. | Debode et al., Frontiers in Plant Science 9 |
| 2018–23 | Polen, Wrocław | Bewurzelung von Gehölzstecklingen und Topfkultur von Hortensie, Aster und Spiraea in Mischungen mit rohem Stroh | Stecklinge bewurzelten sich bei 30–70 % Stroh, und die Topfpflanzen erreichten bis zu einem Anteil von 30 % Marktqualität; am besten wuchsen sie in reinem Torf. | Bąbelewski & Pancerz 2018; Pancerz et al. 2019, 2023 |
| 2021–22 | Deutschland, Bonn | Tomaten auf Matten aus drei Miscanthus-Genotypen sowie Vermahlung auf 3–15 mm für Reinsubstrate | Der Tomatenertrag war auf Kokosfaser am höchsten, gefolgt von Miscanthus und Steinwolle, und Blütenendfäule trat halb so häufig auf wie auf Steinwolle. Die Vermahlung auf 3–5 mm brachte das Wasserhaltevermögen in den Bereich von Torf, pH-Wert und Stickstoffbedarf änderten sich dabei kaum. | Nguyen et al., Acta Horticulturae 1305; Agronomy 12 |
| 2023–25 | Deutschland, Niederlande | Praxis: ein Demonstrationsbetrieb mit 15 % fermentierter Faser, der Test eines Substratherstellers mit 20 % und Thuja mit 30 % in niederländischen Baumschulen | Gute Qualität der Kulturen bei 15 %, mit angepasster Bewässerung und Düngung; Thuja mit 30 % wuchs 2024 um 10–20 % schwächer und 2025 gut. | FNR-ToSBa-Bericht 2024; Floragard 2024; CLOSECYCLE 2025 |
Auf Tomaten- und Gurkenmatten, denen Wasser und Nährstoffe laufend zugeführt werden, war der Ertrag auf reiner Faser so hoch wie auf Steinwolle, und die Blütenendfäule halbierte sich. Auf Kokosfaser erzielten Tomaten allerdings höhere Erträge. Im Topf, wo die Mischung Wasser und Nährstoffe zwischen den Wassergaben halten muss, erreichten die Kulturen mit 15–30 % Faser Marktqualität, und mit weiter steigendem Anteil roher Faser nahm das Wachstum ab. Je nach Kultur und Stickstoffversorgung erreichten die Pflanzen ab einem Anteil zwischen 20 und 40 % keine Marktqualität mehr. Der Ertragsverlust im belgischen Erdbeerversuch ging auf Stickstoffmangel zurück, der üblicherweise durch zusätzlichen Stickstoff ausgeglichen wird. In den deutschen Forschungsversuchen war eine Stickstoffvorratsdüngung mit Hornspänen, die bei der Extrusion zugegeben wurden, die wirksamste Einzelmaßnahme.
Außer Tests mit Chinakohl-Jungpflanzen haben wir keinen Versuch mit Miscanthus in der Anzucht von Gemüsejungpflanzen gefunden, ebenso keinen in Champignon-Deckerde und keinen in Dachbegrünungssubstraten. Nach den Schweizer Daten sind Jungpflanzen in Anzuchtplatten für jeden Torfersatz der schwierigste Fall, und es gibt bisher keine Grundlage, die Faser als für die Jungpflanzenanzucht erprobt zu bezeichnen.

Eine Mischung mit Miscanthus braucht zusätzlichen Stickstoff und muss häufiger gegossen werden als ein Torfsubstrat
Der Demonstrationsbetrieb, der seine Pflanzen auf einer Mischung mit 15 % Faser kultiviert, hat sowohl die Düngung als auch die Bewässerung angepasst, und in den deutschen Forschungsversuchen wurde die Stickstoffversorgung erhöht, um einen Anteil von 40 % zu erreichen. Aufbereiteter Miscanthus gehört wie Holzfaser und Flachsschäben zu den Ersatzstoffen, die die Luftkapazität einer Mischung erhöhen und Stickstoff festlegen. Im Vergleich zu Torf hat er einen nahezu neutralen pH-Wert, einen hohen Gehalt an löslichem Kalium aus den Halmen und eine geringe Schüttdichte. In der Tabelle stehen seine gemessenen Eigenschaften neben denen von Torf und Kokosfaser.
| Eigenschaft | Aufbereiteter Miscanthus | Torf | Kokosfaser |
|---|---|---|---|
| Schüttdichte | 70–160 kg/m³ | etwa 220 | etwa 90 |
| Luftkapazität, Vol.-% | 40–65 | 28 (Weißtorf) | hoch |
| Wasserkapazität, Vol.-% | 30–55; feine Vermahlung erreicht den Bereich von Torf | 67 (Weißtorf) | über fein gemahlenem Miscanthus |
| pH-Wert | etwa 7 in Wasser, 5,1–6,1 in CaCl₂; schwach gepuffert | 3–4 ungekalkt, 5,5–6,5 gekalkt | etwa 6,5 |
| Salzgehalt, EC des Extrakts | 0,3–0,7 dS/m, mäßig | niedrig | schwankend, kann hoch sein |
| Lösliches Kalium | hoch, 1.000–1.900 mg je Liter Extrakt | etwa 4 | etwa 30 |
| Stickstofffestlegung | stark: Index 0,2–0,4; rohes Stroh 70 % in einer Woche | keine: Index 0,9 | mäßig: Index 0,6 |
| Benetzbarkeit | gering, umkehrbare Wasserabweisung | abweisend in trockenem Zustand | gut |
| Stabilität | baut sich langsamer ab als Weizenstroh; hohe biologische Aktivität, Schimmel bei feuchter Lagerung | sehr stabil | stabil |
| Samen und Krankheitserreger | keine Miscanthus-Samen, da der Klon keine bildet; Ackerunkräuter und Erde möglich; hygienisiert nur durch Extrusion oder Heißkompostierung | sauber | je nach Herkunft |
Stickstofffestlegung
Mikroorganismen, die die Faser zu zersetzen beginnen, entziehen der Mischung Stickstoff, der dann den Pflanzen fehlt. Mahlen, Waschen und Dämpfen ändern daran nichts. Kompostierung, Extrusion und eine Stickstoffvorratsdüngung verringern die Festlegung (Kapitel 04), den Rest deckt zusätzlicher Stickstoff in der Düngung (Kapitel 05).
Wasserhaltevermögen
Die Faser dräniert schnell. Im deutschen Demonstrationsbetrieb hielt eine Mischung mit 15 % fermentierter Faser ein Viertel weniger Wasser als Weißtorf, und der Betrieb verkürzte die Gießintervalle.
Kalium und Salze
Die Halme geben in den ersten Wochen viel lösliches Kalium ab, und der Salzgehalt der Faser ist mäßig. Mit Gülle kompostiertes Stroh enthält für salzempfindliche Kulturen zu viel Natrium und Chlorid.
pH-Wert
Die Faser ist nahezu neutral und schwach gepuffert, der pH-Wert einer Mischung mit Miscanthus richtet sich deshalb nach dem Gießwasser. Ein nahezu neutraler pH-Wert passt zu Gemüse und den meisten Zierpflanzen.




Das Verhalten der Faser in einer Mischung hängt von Vermahlung und Behandlung ab
Der Bestand wird im Spätwinter trocken geerntet und auf dem Feld gehäckselt oder später gemahlen. Von der Korngröße hängt ab, wie viel Wasser die Faser hält, und von der Behandlung nach dem Mahlen, wie viel Stickstoff sie festlegt.
- ErntenFebruar bis April, bei 15–20 % Feuchte; in einem irischen Lager erwärmte sich Häckselgut, das mit 42 % Feuchte geerntet wurde, auf bis zu 69 °C, während Häckselgut mit 20 % kühl blieb
- Häckseln oder mahlenHammermühlensiebe von 3–5 mm für Topf- und Anzuchtmischungen, Häckselgut von 10–15 mm für Matten und gut dränierte Container; ungemahlenes Feldhäckselgut dräniert für Töpfe zu schnell
- BehandelnExtrusion über 100 °C senkt die Stickstofffestlegung und hygienisiert die Faser; etwa fünf Monate Kompostierung mit einer Stickstoffquelle senken das C/N-Verhältnis auf 19–27, bei Stroh, das nur mit Wasser kompostiert wurde, liegt es bei etwa 96; Hornspäne können bei der Extrusion als Stickstoffvorrat zugegeben werden
- Mischen15–20 % für empfindliche Topfkulturen und Jungpflanzen, 20–30 % als allgemeine Obergrenze ohne besondere Düngung, 30–40 % bei einer an den Stickstoffbedarf angepassten Düngung und bis zu 70 % für die Bewurzelung von Gehölzstecklingen



Die Extrusion ist das industrielle Standardverfahren zur Herstellung von Holzfaser, und mit denselben Doppelschneckenextrudern lässt sich auch Miscanthus verarbeiten. In den belgischen Arbeiten senkte die Extrusion die Stickstofffestlegung des Strohs von 70 % auf 40 %, ohne seinen pH-Wert zu verändern, und in einem parallelen Versuch mit Flachsschäben tötete die Prozesswärme einen bodenbürtigen Pilz ab. Durch Dampfexplosion sank der pH-Wert der Faser, und die Festlegung nahm zu. Eine Ansäuerung auf pH 2,5–4,7 verringerte die mikrobielle Aktivität, wird aber gewerblich nicht angewendet. Die Kompostierung, das älteste Verfahren, dauert etwa fünf Monate und braucht Platz für eine Miete. Im dänischen Versuch bildeten Topfpflanzen auf Stroh, das mit Harnstoff oder Schweinegülle kompostiert worden war, ebenso lange Triebe wie auf gedüngtem Torf, ihr Trockengewicht war aber etwa 30 % geringer.
Von der Behandlung hängt ab, wie ein Produkt verwendet werden kann, und Käufer sollten deshalb nachfragen, wie es behandelt wurde.
Behandlung und Anteil in der Praxis
Der deutsche Demonstrationsbetrieb kultiviert auf einer Mischung mit 15 % fermentierter Faser, und ein deutscher Substrathersteller hat seine eigene Miscanthus-Mischung mit 20 % an Chinakohl getestet. In den polnischen Versuchen wurde rohe gemahlene Faser mit bis zu 30 % und vorgemischtem Dünger eingesetzt, und extrudierte Faser mit Stickstoffvorrat erreichte in den deutschen Forschungsversuchen 40 %.
Gütezeichen und Normen
Das niederländische RHP-System hat keine Produktklasse für Miscanthus. 2025 teilte RHP mit, man entwickle eine Zertifizierung für neue Substratausgangsstoffe. Das RAL-Gütezeichen der deutschen Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen umfasst Rindenhumus, Holzfaser, Torf, Perlite, Kokosfaser und Kompost und führt Miscanthus unter „zukünftig“. Eine Miscanthuskomponente, die heute verkauft wird, trägt keines der beiden Zeichen.
Hinweise zum Mischen, Düngen und Gießen für Gartenbaubetriebe und Hobbygärtner
Die folgenden Hinweise beruhen auf den Versuchen und den Erfahrungen der Demonstrationsbetriebe. Die geprüften Kulturen sind namentlich aufgeführt; bei allen anderen Kulturen sollte eine Mischung zuerst an wenigen Pflanzen erprobt werden.
Mischen, Düngen und Gießen
- Anteil. Verwenden Sie in Mischungen für Jungpflanzen und empfindliche Topfkulturen 15–20 % Faser; ohne besondere Düngung liegt die Obergrenze bei 20–30 %. Wird die Düngung an den Stickstoffbedarf angepasst, kann der Anteil auf 30–40 % steigen, Mischungen zur Bewurzelung von Gehölzstecklingen können bis zu 70 % enthalten, und reine Faser (100 %) wird nur auf Gemüsematten mit Fertigation verwendet.
- Stickstoff. Rohe Faser braucht über die Kulturdauer etwa 50 mg zusätzlichen Stickstoff je Liter Mischung und je 10 % Faseranteil, eine Mischung mit 30 % roher Faser also etwa 150 mg je Liter mehr als ein Torfsubstrat. Extrudierte oder kompostierte Faser braucht etwa die Hälfte. Verwenden Sie einen stickstoffbetonten Dünger, und beobachten Sie die älteren Blätter, an denen sich Stickstoffmangel zuerst zeigt.
- Kalium. Nehmen Sie in den ersten Wochen das Kalium in der Düngung zurück, und verwenden Sie mit Gülle kompostierte Faser nicht für salzempfindliche Kulturen.
- pH-Wert. Kalken Sie die Mischung nicht, und säuern Sie sie für Moorbeetpflanzen an.
- Wasser. Gießen Sie in kürzeren Abständen und mit kleineren Gaben als bei einem Torfsubstrat.
Mit der Faser geprüfte Kulturen
- Tomate und Gurke erreichten auf Matten aus 100 % Faser mit Fertigation dieselben Erträge wie auf Steinwolle; bei Tomate lagen sie unter denen auf Kokosfaser.
- Erdbeere lässt sich mit 20 % Faser in Torf kultivieren, wenn zusätzlich Stickstoff gegeben wird.
- Spiraea, Taxus, Euonymus und Cotoneaster bewurzelten sich als Stecklinge in Mischungen mit 30–70 %, Thuja wurde mit 30 % kultiviert, und Weigela wuchs bei 20 % so gut wie in der Kontrolle und bei 30–40 % schwächer.
- Hortensie, Aster und Spiraea erreichten im Topf bis zu einem Anteil von 30 % Marktqualität.
- Hedera und Fatsia wurden auf Stroh kultiviert, das fünf Monate mit einer Stickstoffquelle kompostiert worden war.
- Chinakohl-Jungpflanzen wurden in Mischungen mit 20–40 % Faser angezogen. Auf reiner Faser keimten die Samen ebenso gut wie auf Torf, liefen aber langsamer auf, und die Pflanzen wuchsen schwächer.
- Hibiskus in Baumschulcontainern wuchs mit steigendem Anteil von gemahlenem Stroh schwächer, am schwächsten bei 80 %.
Mit der Faser geprüfte Kulturgruppen: Jungpflanzen, Stecklinge, Topfpflanzen und Containerware
- Jungpflanzen · Chinakohl

Chinakohl-Jungpflanzen, in Erdpresstöpfen angezogen, 2025. Mit Chinakohl wurde Miscanthus in der Jungpflanzenanzucht getestet. Foto: Schlaghecken Josef, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Jungpflanzen · Brokkoli

Brokkoli-Jungpflanzen in kleinen Erdpresstöpfen, zum Auspflanzen in eine Kiste gepackt, 2003. Foto: Schlaghecken Josef, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Anzuchtplatte · Petersilie

Aus einer Anzuchtplatte gehobene Petersilienjungpflanzen, deren Wurzeln das Substrat zusammenhalten, Massachusetts, 2012. Jungpflanzen in Anzuchtplatten sind für jeden Torfersatz der schwierigste Fall. Foto: Dwight Sipler, via Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
- Stecklinge · Pelargonie

Bewurzelte Pelargonienstecklinge, im November 2019 in einem Schuppen in Trimingham, Norfolk, eingetopft. In den polnischen Versuchen wurden Stecklinge mehrerer Gehölze in Mischungen mit Miscanthus bewurzelt. Foto: Kolforn, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Topfpflanzen · Chrysantheme

Getopfte Chrysanthemen auf Bändchengewebe im Freiland einer Gärtnerei, 2007. Foto: liz west, via Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
- Eintopfen · junge Koniferen

Eine Topfmaschine füllt Container mit Substrat und topft junge Koniferen ein, 2013. Foto: stefaan vandaele, via Wikimedia Commons, gemeinfrei (CC0).
- Containerware · Obstgehölze

Obstgehölze in Containern in einer Baumschule in Lauffen am Neckar, Baden-Württemberg, im September 2014. Foto: qwesy qwesy, via Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
- Containerware · unter Glas

Containergehölze unter Glas in Österreich. Kulturen dieser Art werden in deutschen und niederländischen Betrieben auf Mischungen mit Miscanthus gezogen. Foto: Karin Weigel, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Verwendung im Hausgarten
Gehäckselte Halme aus einer Hecke oder vom Feld lassen sich auf zwei Wegen in einer Topferde verwenden. Sie können fünf Monate mit einer Stickstoffquelle kompostiert werden. Im dänischen Versuch dienten dazu Harnstoff, Ammoniumsulfat oder Schweinegülle. Im Garten kommen Rasenschnitt oder Mist infrage, mit Miscanthus wurde das allerdings nicht geprüft. Wir schlagen vor, den Kompost für bis zu ein Drittel der Mischung zu verwenden. Fein gehäckselte rohe Halme können 20 % einer Mischung ausmachen, die Pflanzen brauchen dann aber von Anfang an eine Stickstoffdüngung. Das Häckselgut sollte trocken gelagert werden, weil frischer Miscanthus biologisch aktiv ist und in einem feuchten Haufen schimmelt. Die Gießregel aus der Liste oben gilt auch für Mischungen im Hausgarten, unabhängig davon, ob die Halme roh oder kompostiert verwendet werden.

Was die Ausgangsstoffe für Kultursubstrate kosten und was ein Hektar Faser im Vergleich zu Brennstoff einbringt
Deutsche Erdenwerke zahlten 2022/23 für die wichtigsten Ausgangsstoffe frei Werk typischerweise 17–60 € je Kubikmeter. Rohes Miscanthus-Häckselgut kostet je Kubikmeter weniger, ist aber noch kein einsatzfähiger Ausgangsstoff: Es muss erst gemahlen, gegebenenfalls extrudiert oder kompostiert, mit einem Stickstoffvorrat versehen und transportiert werden. In der zweiten Tabelle haben wir berechnet, was ein Hektar Faser im Vergleich zum Verkauf derselben Ernte als Brennstoff einbringt.
Ausgangsstoffe für Kultursubstrate in € je Kubikmeter, typischer Preis (Spanne)
| Ausgangsstoff | € je m³ | Was der Preis umfasst |
|---|---|---|
| Grünkompost | 17,1 (7,5–33,4) | frei Werk |
| Weiß- und Schwarztorf | 32,8 (21,3–49,9) | frei Werk |
| Holzfaser | 35,0 (23,5–51,4) | frei Werk |
| Rindenhumus | 36,8 (18,1–48,4) | frei Werk |
| Kokos, überwiegend Kokosmark | 60,0 (55,0–72,5) | frei Werk; der Preis enthält stets den Transport |
| Rohes Miscanthus-Häckselgut | 10,5–26 | ab Hof, vor Vermahlung, Behandlung, Stickstoff und Transport; unsere Rechnung aus 150–200 € je Tonne bei 70–130 kg je m³ |
Ein Hektar im Jahr, Faser für einen Substrathersteller im Vergleich zu Brennstoffballen: unsere Rechnung
| Je Hektar und Jahr | Spanne | Annahme |
|---|---|---|
| Geerntete Trockenmasse | 12–18 t | eingewachsener Bestand; 14–21 t Erntemasse bei 14 % Feuchte |
| Rohes Häckselgut nach Volumen | 92–257 m³ | 70–130 kg Trockenmasse je m³ |
| Ernte mit dem Feldhäcksler, Transport zum Lager, überdachte Lagerung und Verladen | 510–540 € | Ernte 140–250 € und Transport 60 € je Hektar, Lagerung 12 € je Tonne, Verladen 60–65 € je Hektar |
| Erlös bei 150–200 € je Tonne, Abholung durch den Käufer | 1.800–4.190 € | Preis eines niederländischen Anbauers für mehrere Verwendungen; ob je Tonne Trockenmasse oder Erntemasse, ist nicht angegeben |
| Marge bei Abholung durch den Käufer | 1.250–3.700 € | ohne Bestandsgründung, Pacht, Pflege, Gemeinkosten, eigene Arbeit und Vertriebskosten |
| Marge bei Lieferung über 300 km | etwa −500 bis +2.000 € | loses Häckselgut, 9–12 t je Ladung, 1,58–1,93 € je km, Leerfahrt eingerechnet |
| Marge bei Lieferung über 1.000 km | Verlust | Transport 263–429 € je Tonne |
| Zum Vergleich: Ballen als Brennstoff zu 110–115 € je Tonne ab Feldrand | 750–1.780 € | Abholung durch den Käufer; Ernte und Pressen 30–56 € je Tonne Ballen |
Ein Lkw mit 92 m³ Laderaum fasst nur 9–12 t loses Häckselgut. Über 1.000 km kostet der Transport deshalb 263–429 € je Tonne und damit mehr als der Verkaufspreis der Faser. Wird das Häckselgut für den Transport zu Ballen gepresst, sinken die Kosten ungefähr auf die Hälfte. Französische Verarbeiter kaufen Miscanthus im Umkreis von 80 km, und niederländische und deutsche Substrathersteller arbeiten mit Anbauern aus ihrer eigenen Region zusammen.
Nicht eingerechnet
In den Margen sind Bestandsgründung, Pacht, Pflege, Gemeinkosten, eigene Arbeit und Vertrieb nicht enthalten; diese Kosten sind bei Faser mindestens so hoch wie bei Brennstoff. Das Mahlen auf 3–5 mm braucht in Laborversuchen 13–22 kWh Strom je Tonne, bei 0,20 € je kWh nach unserer Rechnung etwa 2,6–4,4 €. Kein Substrathersteller veröffentlicht seine Kosten für Extrusion, Kompostierung oder den Stickstoffvorrat.
Europäische Länder senken den Torfanteil in Kultursubstraten, überwiegend mit freiwilligen Zielvorgaben
Nach den Bilanzierungsregeln gilt der gesamte Kohlenstoff im abgebauten Gartenbautorf im Jahr des Abbaus als emittiert, und deshalb geht der größte Teil der Treibhausgasemissionen von Kultursubstraten auf den Torf zurück. In der Tabelle ist der Stand in den einzelnen Ländern im Oktober 2026 zusammengefasst.


| Land | Stand 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Europäische Union | Es gibt weder ein Verbot noch eine EU-Strategie. Deutschland hat die Kommission im Mai 2022 um eine solche Strategie gebeten, und ab 2026 wird der Torfabbau in der Bilanzierung der Landnutzung erfasst. | Ratsdokument 9219/22; Verordnung (EU) 2018/841 |
| Deutschland | Die Torfminderungsstrategie von 2022 sieht vor, dass der Hobbybereich bis 2026 torffrei wird und der Erwerbsgartenbau bis 2030 „soweit möglich“ ohne Torf arbeitet, alles auf freiwilliger Basis. 2023 bestanden Blumenerden für den Hobbybereich noch zu 41 % und Kultursubstrate für den Erwerbsgartenbau zu 73 % aus Torf. | BMEL 2022; IVG-Auswertung 2024; FNR-Statusbericht 2025 |
| Niederlande | Eine Branchenvereinbarung (Covenant) vom November 2022 legt bezifferte Ziele für den Anteil nachwachsender Rohstoffe fest: bis 2025 35 % in Profisubstraten und 60 % in Hobbyerden, bis 2030 50 % und 85 %. Im Bericht für 2025 sind 36 % und 60 % ausgewiesen. | Staatscourant 2023-7102; Jaarverslag 2025 |
| England, Schottland, Wales | Für den Verkauf an Endkunden wurde 2022 ein Verbot „bis 2024“ angekündigt, für den Erwerbsgartenbau gilt das Datum „bis 2026“; keines der beiden Verbote ist Stand 2026 Gesetz. Die Regierung will ein Gesetz einbringen, „sobald die parlamentarische Zeit es erlaubt“, und Schottland und Wales warten auf ein Gesetz für das gesamte Vereinigte Königreich. Die nordirische Strategie von 2025 sieht den Ausstieg aus Gartenbautorf bis 2030 vor. | Defra 2022; Zeitleiste der Peat Free Partnership; Schreiben der schottischen Regierung, Januar 2026 |
| Schweiz | Der Ausstieg ist seit 2012 freiwillig und beruht auf Absichtserklärungen. Diese begrenzen den Torfanteil auf 5 % in Sackerden für den Hobbybereich (2020 wurden etwa 4 % erreicht) und bis 2030 auch bei Zierpflanzen (2022 lag er dort bei 42 %), bis 2028 auf 40 % bei Gemüsejungpflanzen und bis 2030 auf 25 % bei Beeren. | BAFU, Torfausstiegskonzept und Faktenblatt 2024 |
| Irland | Der gewerbliche Abbau kam nach einem Gerichtsurteil von 2019 weitgehend zum Erliegen. 2022 empfahl eine Arbeitsgruppe, den Verkauf von Torf im Einzelhandel bis 2025 und jede gärtnerische Verwendung bis 2030–2035 zu beenden. Die Regierung hat darüber nicht entschieden, und seit 2021 wird Torf aus Lettland eingeführt. | DAFM-Arbeitsgruppe 2022; Ausschuss des Oireachtas, Juni 2026 |
| Frankreich und Ukraine | In keinem der beiden Länder haben wir ein Ziel, eine Charta oder ein Verbot gefunden. Frankreich baut für Kultursubstrate etwa 300.000 m³ Torf im Jahr ab, und die Ukraine gewinnt Torf vor allem als Brennstoff und führt baltischen Torf für Substrate ein. | OFB; Ukrainischer Torfverband |
Die Emissionswerte für Torf hängen von der Berechnungsmethode ab. In der eigenen Bilanz der deutschen Branche werden allein für die Nutzungsphase 183 kg CO₂-Äquivalent je Kubikmeter Weißtorf und 257 kg je Kubikmeter Schwarztorf angesetzt, das britische Umweltministerium Defra rechnet mit 235 kg. Die Schweizer Ökobilanzstudie, die neun Ersatzstoffe verglich, kam für Torf über den gesamten Lebensweg auf 254 kg, für Miscanthusfaser auf etwa 11 kg, für Flachsschäben auf 15 kg und für Hanffaser auf 17 kg. Eine österreichische Studie von 2024 ermittelte für Miscanthus, dessen Verarbeitungskette kurz ist und wenig Energie benötigt, ein geringes Treibhauspotenzial.
Zwei neuere Studien relativieren diese Zahlen. Eine Arbeit von 2025 zeigt, dass sich Torf in Töpfen und Beeten über Jahrzehnte zersetzt. Die Konvention, seinen gesamten Kohlenstoff im Jahr des Abbaus als emittiert zu verbuchen, überschätzt die tatsächlichen Emissionen demnach etwa um das Dreifache. Eine Übersichtsarbeit von 2026 aus Nordamerika, wo Moore weiterhin Kohlenstoff binden, kommt für mehrere Alternativen auf ähnliche oder höhere Umweltwirkungen als für Torf. An der Richtung der europäischen Politik hat keine der beiden Studien etwas geändert, und keine der hier zitierten Ökobilanzen weist nach, dass ein Ausgangsstoff für Kultursubstrate klimaneutral ist.
Die Zahl stammt aus einer niederländischen Bewertung von etwa 130 infrage kommenden Materialien aus dem Jahr 2026. Im FNR-Statusbericht von 2025 nennt die Branche einen starken Rohstoffmangel als wichtigstes Hindernis für den Torfersatz.
Miscanthus im Markt für Torfersatzstoffe
Der Bericht des niederländischen Covenants für 2025 weist angebaute Pflanzenfasern, Miscanthus und Rohrglanzgras, erstmals als eigene Kategorie aus. In niederländischen Substraten wurden etwa 10.000 m³ davon verwendet, nach unserer Rechnung die Ernte von rund 40–110 Hektar, bei einem Profimarkt von mehr als sechs Millionen Kubikmetern. Die deutsche Torfminderungsstrategie bezeichnet die Miscanthusversuche als vielversprechend und das Material als bisher ohne Marktbedeutung. Der größte Teil des Torfs wird durch Holzfaser, Kompost, Rindenhumus und Kokosfaser ersetzt, und Miscanthus gehört zu den neuen Fasern, die eigens dafür angebaut werden.
Blumenerden mit Miscanthus werden in vier Ländern verkauft, und wir bereiten ein eigenes Produkt vor
Torffreie und torfreduzierte Blumenerden mit einem Miscanthusanteil werden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich verkauft. Der Bestandteil wird meist als „Miscanthusfaser“ oder als „Miscanthus-Mix“ des Herstellers neben Kompost, Kokosfaser und Holzfaser angegeben, sein Anteil steht selten auf dem Sack. In den Niederlanden kaufen Substrathersteller gehäckselte Faser von Anbauern in der Nähe ihrer Werke.
Wir bereiten für den Einzelhandel eine Substratkomponente und einen Mulch vor, beide aus Miscanthus von unseren eigenen Feldern in Kroatien, auf denen nach dem Pflanzjahr keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Die ersten Produkte werden auf den Märkten verkauft, die unseren Feldern am nächsten liegen. Loses Häckselgut ist leicht, und ein Lkw ist dem Volumen nach voll, lange bevor er sein zulässiges Gesamtgewicht erreicht. Über weite Strecken kostet der Transport deshalb mehr als die Faser selbst (Kapitel 06). Für einen weiter entfernten Substrathersteller ist der Anbau in der Nähe des eigenen Werks der günstigere Weg, und dafür liefern wir Pflanzgut des Klons.
Die Zahl nannte die niederländische Fachpresse im März 2026; nach ihrer Darstellung wächst die Nachfrage der Substrathersteller am schnellsten. Ein Preis, den Substrathersteller zahlen, ist bisher nicht veröffentlicht worden. Die im Bericht genannten 150–200 € je Tonne sind der Preis eines einzelnen Anbauers für Faser, die er als Einstreu, Gartenmulch, Dämmstoff und für den 3D-Druck verkauft.
Angaben auf dem Sack
Auf dem Sack sollen der Mischanteil, die bei diesem Anteil zuzugebende Stickstoffmenge, die Feuchte, die Trockenmasse und die Herkunft stehen. Wir werden darauf nur Angaben machen, die durch die Versuche belegt sind, und das Material deshalb nicht als torfgleich, steril oder klimaneutral bezeichnen.
Wer uns schreiben sollte und worüber
Substrathersteller und Gartenbaubetriebe
Gehäckselte Faser aus unserer Ernte liefern wir nach Vereinbarung tonnenweise. Außerdem liefern wir Pflanzgut des Klons, mit dem Sie die Faser in der Nähe Ihres Werks anbauen können. Bitte nennen Sie uns die Menge, den Verwendungszweck, die Korngröße, die vorgesehene Behandlung und den Standort Ihres Werks.
Gartencenter und Einzelhandel
Wenn Sie an den ersten Chargen der Substratkomponente und des Mulchs interessiert sind, hinterlassen Sie bitte Ihre Kontaktdaten. Wir schicken Ihnen die Spezifikation, sobald sie feststeht.
Hobbygärtner
Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse hinterlassen, geben wir Ihnen Bescheid, sobald das Produkt in Ihrem Land in den Handel kommt. Wie sich gehäckselte Halme bis dahin in einer Gartenmischung verwenden lassen, ist in Kapitel 05 beschrieben.
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Miscanthusfaser kann einen Teil des Torfs ersetzen. In Topf- und Containermischungen mit 15–30 % Faser erreichten die Kulturen Marktqualität, und in den deutschen Forschungsversuchen wurden mit zusätzlichem Stickstoff bis zu 40 % eingesetzt. Auf Matten mit Fertigation brachten Tomaten und Gurken auf reiner Faser denselben Ertrag wie auf Steinwolle. Reiner Miscanthus eignet sich nicht als Blumenerde, weil er Stickstoff festlegt und weniger Wasser hält als Torf: Schon eine Mischung mit 15 % fermentierter Faser hielt etwa ein Viertel weniger Wasser als Weißtorf.
Die Faser hat ein weites C/N-Verhältnis, und die Mikroorganismen, die sie zu zersetzen beginnen, nehmen dafür Stickstoff aus der Mischung auf. In einem belgischen Versuch legte rohes Stroh innerhalb einer Woche 70 % des zugegebenen Stickstoffs fest, extrudierte Faser 40 % und Torf nichts. Nach den deutschen Versuchen liegt der Mehrbedarf bei etwa 50 mg Stickstoff je Liter Mischung und je 10 % roher Faser, gerechnet über die Kulturdauer. Kompostierung mit einer Stickstoffquelle, Extrusion und eine Stickstoffvorratsdüngung, etwa mit Hornspänen, verringern diesen Mehrbedarf, aber keine dieser Maßnahmen beseitigt ihn vollständig.
Bezogen auf einen Liter Mischung hält die Faser weniger Wasser als Torf. Aufbereiteter Miscanthus hält 30–55 Vol.-% Wasser, Weißtorf etwa 67 %, und eine Praxismischung mit 15 % fermentierter Faser hielt ein Viertel weniger Wasser als reiner Weißtorf. Wird die Faser auf 3–5 mm vermahlen, liegt ihr Wasserhaltevermögen im Bereich von Torf, grobes Häckselgut dräniert dagegen für Töpfe zu schnell.
Miscanthusfaser ist nicht sauer. Ihr pH-Wert liegt nahe am Neutralpunkt, in Wasser gemessen bei etwa 7 und in Calciumchloridlösung bei 5,1–6,1, und sie ist schwach gepuffert. Das passt zu Gemüse und den meisten Zierpflanzen. Anders als ein Torfsubstrat muss eine Mischung mit Miscanthus nicht aufgekalkt werden. Für Pflanzen, die einen sauren Boden brauchen, wird die Mischung angesäuert.
Der Klon bildet keine Samen, die Faser enthält also keine Miscanthus-Samen. Da Miscanthus auf dem Feld angebaut wird, können Ackerunkräuter und Erde in die Faser gelangen, sofern nicht sauber geerntet und das Material abgesiebt wird. Kein veröffentlichter Produkttest belegt, dass die Faser frei von Krankheitserregern ist. Eine hygienisierende Wirkung ist für die Extrusion über 100 °C und für die Heißkompostierung belegt.
Ein Preis, den Substrathersteller für Miscanthusfaser zahlen, ist bisher nicht veröffentlicht worden. Ein niederländischer Anbauer nannte 2026 für Faser, die er als Einstreu, Gartenmulch und Dämmstoff verkauft, 150–200 € je Tonne. Bei 70–130 kg je Kubikmeter entspricht das etwa 10–26 € für einen Kubikmeter rohes Häckselgut. Deutsche Erdenwerke zahlten 2022/23 frei Werk 21–50 € je Kubikmeter für Torf und 24–51 € für Holzfaser. Bevor sich die rohe Faser mit diesen Stoffen vergleichen lässt, muss sie noch gemahlen, behandelt, mit einem Stickstoffvorrat versehen und transportiert werden, und sie hält weniger Wasser als Torf.
Eine Schweizer Ökobilanzstudie kam für Miscanthusfaser auf etwa 11 kg CO₂-Äquivalent je Kubikmeter und für Torf auf 254 kg. Beim Torf stammt der größte Teil davon aus dem Kohlenstoff, der bei der Verwendung frei wird. Eine österreichische Studie ermittelte für Miscanthus, dessen Verarbeitungskette kurz ist und wenig Energie benötigt, ein geringes Treibhauspotenzial. Eine Studie von 2025 kommt zu dem Schluss, dass die Bilanzierungskonvention die Emissionen von Torf überschätzt, weil sich Torf im Topf über Jahrzehnte zersetzt, die Konvention seinen gesamten Kohlenstoff aber im Jahr des Abbaus verbucht. Eine Übersichtsarbeit von 2026 aus Nordamerika kommt für mehrere Alternativen auf ähnliche oder höhere Umweltwirkungen als für Torf.
Stand 2026 gibt es kein Verbot auf EU-Ebene, und keines der in diesem Artikel betrachteten Länder hat Torf verboten. Die deutschen Ziele, torffreie Blumenerden für den Hobbybereich bis 2026 und ein weitgehend torffreier Erwerbsgartenbau bis 2030, sind freiwillig. Die niederländische Branchenvereinbarung legt bezifferte Ziele fest, und die Vorgaben für 2025 beim Anteil nachwachsender Rohstoffe wurden erreicht. England hat für 2024 ein Verkaufsverbot angekündigt, das nicht Gesetz geworden ist, und Schottland und Wales warten auf ein Gesetz für das gesamte Vereinigte Königreich. Die Schweiz setzt auf Absichtserklärungen. In Irland kam der gewerbliche Torfabbau nach einem Gerichtsurteil von 2019 weitgehend zum Erliegen, ein Enddatum für die Verwendung von Torf wurde aber nicht festgelegt. In Frankreich und der Ukraine gibt es weder ein Ziel noch ein Verbot.
Blumenerden mit Miscanthusanteil werden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich verkauft, der Anteil steht aber selten auf dem Sack. Wir bereiten aus der Ernte unserer eigenen Felder eine Substratkomponente und einen Mulch für den Einzelhandel vor. Wer im Formular auf dieser Seite seine Kontaktdaten hinterlässt, wird informiert, sobald die ersten Chargen fertig sind.
Über diesen Artikel
Diesen Artikel haben wir selbst geschrieben. Wir bauen Miscanthus an und verkaufen Pflanzgut. Verwendet haben wir die unten aufgeführten Quellen und unsere eigenen Zahlen.
Die Angaben entsprechen dem Stand bei der Veröffentlichung. Vorgaben und Produkte ändern sich, und Fehler sind möglich. Prüfen Sie die Zahlen daher, bevor Sie sich darauf stützen.
Wenn Sie einen Fehler finden oder genauere Zahlen haben, schreiben Sie uns an info@miscanthus.eu oder nutzen Sie das Formular weiter unten.
Quellen
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- Staatscourant 2023 nr. 7102, Convenant milieu-impact potgrond en substraten; Jaarverslag 2025 des Covenants. Blok, C. et al. (2026). Future directions of the global growing media industry. Frontiers in Horticulture 5: 1791241. Nieuwe Oogst, 5. März 2026 (niederländische Miscanthusfläche; Faserpreis eines Anbauers für Einstreu, Gartenmulch, Dämmstoff und 3D-Druck). Kekkilä-BVB (2023). Cultivating Miscanthus, an alternative raw material for growing media.
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- Fotos: das Titelbild von Basotxerri via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Venner Moor, Niedersachsen, April 2017). Die Urheber der übrigen Fotos von Wikimedia Commons stehen in den Bildunterschriften. Das Erntefoto in Kapitel 04 und das Feld in der Anmerkung oben sind unsere eigenen Aufnahmen.
- Zelena Biomasna Energija: unsere Felder, unsere Ernte und unsere Produktpläne; unsere Rechnung zu Kosten und Margen je Hektar.


