Getreidetrocknung mit Miscanthus: die Kosten je Tonne Mais
Um eine Tonne Mais von 28 auf 14 % Feuchte zu trocknen, braucht man rund 210 kWh Wärme. Das entspricht 24 m³ Gas nach ukrainischer Abrechnung oder 65 kg Miscanthus-Ballen, die in einer Feuerung verbrannt werden. Getreidelager rechnen die Trocknung je Tonne und Prozentpunkt ab. Wir geben in Hrywnja an, was ein Prozentpunkt je Tonne mit Gas, Hackschnitzeln, Sonnenblumenschalen, Energieweide und Ballen kostet, und rechnen die Kosten für eine Zuckerfabrik durch.
Teil eins: die Grundlagen · Teil drei: Häuser, Höfe und Dörfer · Ohne eigenes Feld: Hinweise in Teil drei
Ergebnisse für Getreidetrockner und Zuckerfabriken im Überblick
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Im Getreidetrockner sind eigene Ballen als Brennstoff billiger als Gas; rechnet man die Feuerung ein, kostet die Wärme aus beiden etwa gleich viel.
Mit eigenen Ballen kostet der Brennstoff für die Trocknung 16 Hrywnja je Tonne und Prozentpunkt. Die Ballen sind dabei mit ihren Erzeugungskosten angesetzt, also mit allen Kosten, die bis zur fertigen Tonne anfallen. Mit ukrainischem Gewerbegas waren es 2025 und 2026 zwischen 36 und 38 Hrywnja. Rechnet man die Feuerung, ihren Stromverbrauch und die Arbeitszeit für die Bedienung hinzu, zahlt ein Betrieb, der die Anlage nur zum Trocknen nutzt, für Wärme aus Ballen etwa so viel wie für Wärme aus Gas. Im Jahr 2024, als Gas billiger war, kostete Wärme aus Ballen 11 € je Megawattstunde (MWh, 1.000 kWh) mehr. Wird die Feuerung auch im Winter genutzt, ist Wärme aus Ballen günstiger als Wärme aus Gas. -
Ukrainische Betriebe trocknen bereits mit Hackschnitzeln, Stroh und Weide; noch kein Betrieb hat Zahlen aus einer Saison mit Miscanthus veröffentlicht.
Die Betriebe verfeuern Hackschnitzel aus Obstanlagen, Spreu, Stroh und Energieweide in Warmlufterzeugern für feste Brennstoffe. So heißt in der Branche die Feuerung eines Trockners. In den Jahren 2023 und 2024 zahlten die Betriebe, die ihre Kosten je Tonne und Prozentpunkt angeben, 9–18 Hrywnja. Auch wir haben mit unseren eigenen Ballen noch keine ganze Saison lang Getreide getrocknet. -
Bei Feuerungen über einem Megawatt müssen die Ballen aufgelöst und maschinell zugeführt werden.
Für einen Trockner mit einem Durchsatz von 10 Tonnen pro Stunde werden drei Wochen lang rund um die Uhr 650 kg Ballen pro Stunde verbrannt. Unter einem Megawatt genügt noch eine Ganzballenfeuerung, in die ein Ballen nach dem anderen eingelegt wird. -
Eine durchschnittliche ukrainische Zuckerfabrik bräuchte Ballen von 1.400 Hektar; mit einem neuen Kesselhaus wäre ihre Wärme teurer als Wärme aus Gas.
Sie würde in einer Kampagne, der 100 Tage langen Verarbeitungssaison, 30.000 t Ballen verfeuern. Die Ballen dafür kosten 3,3–3,9 Mio. €, das Gas zu Preisen von 2025 dagegen 5,4 Mio. €. Für ein Kesselhaus, das nur während der Kampagne betrieben wird, kommen zu den Wärmekosten rund 50 € je Megawattstunde hinzu. Fabriken, die bereits einen Kessel für feste Brennstoffe besitzen, würden mit Ballen Geld sparen. Bisher verfeuert keine von ihnen Miscanthus.
Rechnet man nur den Brennstoff, kostet die Trocknung mit eigenen Ballen etwa halb so viel wie mit ukrainischem Gewerbegas
Eine Tonne Mais, die mit 28 % Feuchte geerntet und auf 14 % getrocknet wird, verliert 163 kg Wasser. Ein moderner Turmtrockner braucht für jedes Kilogramm davon 0,9–1,4 kWh Wärme, ein alter Querstromtrockner eher 1,8 kWh. Bei 1,3 kWh je Kilogramm sind es für die Tonne rund 210 kWh. Die Abrechnungseinheit „Prozentpunkt je Tonne“ steht für eine Tonne Getreide, die einen Prozentpunkt Feuchte verliert. Bei unserer Tonne Mais sind es 14 Prozentpunkte.
Brennstoffkosten je Tonne und Prozentpunkt im eigenen Trockner, in Hrywnja
Kauft man Ballen zu unserem Preis ab Feldrand und holt sie selbst ab, kosten sie je Tonne und Prozentpunkt etwa so viel wie Gas im Jahr 2024. Gegenüber Gas in den Jahren 2025 und 2026 sind sie rund 30 % billiger. Das ist immer noch mehr, als die ukrainischen Betriebe in Kapitel 03 für Hackschnitzel, Schalen und Weide zahlen. Ballen vom eigenen Feld sind billiger. Für sie setzen wir die vollen Erzeugungskosten an, bis der Bestand abbezahlt ist, und danach nur noch die Erntekosten. So kalkulieren auch diese Betriebe ihre eigene Weide und ihre eigenen Hackschnitzel.
Wenn Sie die Ballen verkaufen, zahlt Ihnen ein Käufer 10 Hrywnja je Tonne und Prozentpunkt mehr, als ihre Erzeugung kostet; das ist die Differenz zwischen 26 und 16. Wenn Sie die Ballen selbst verfeuern und damit Gas zu den Preisen von 2025 und 2026 aus dem Diagramm ersetzen, sparen Sie nach Abzug der Erzeugungskosten 20–22 Hrywnja, doppelt so viel wie beim Verkauf. Die Kosten der Feuerung sind darin noch nicht enthalten; wir rechnen sie in Kapitel 04 ein.
Rechner für Ihren Trockner
- Gas, je Tonne und Prozentpunkt
- 38 ₴
- Zugekaufte Ballen, je Tonne und Prozentpunkt
- 30 ₴
- Eigene Ballen zu 70 €/t Erzeugungskosten, je Tonne und Prozentpunkt
- 16 ₴
- Ballenbedarf je Saison
- 65 t
- Hektar bei einem Ertrag von 18 t Trockenmasse
- 3,1
- Ersparnis je Saison mit eigenen Ballen, nach Abzug ihrer Erzeugungskosten
- 305.000 ₴
Gerechnet wird mit 15 kWh Wärme je Tonne und Prozentpunkt. Gas wird bei direkter Beheizung zu 100 % genutzt und mit 8,64 kWh/m³ angesetzt. Ballen werden in einer Feuerung mit 80 % Wirkungsgrad verbrannt; dafür sind 4,6 kg je Tonne und Prozentpunkt nötig. Umgerechnet wird mit 51 Hrywnja je Euro. Voreingestellt sind der Gewerbegaspreis von 2026 und rund 50 km Transport zu den Frachtsätzen für Stroh. Die Kosten der Feuerung und der Arbeitszeit sind nicht enthalten.
Im DetailSo rechnen wir auf dieser Seite
- 1.000 tFeuchtmais, 28 % → 14 %
- 163 tWasser, das verdampfen muss
- 212 MWhWärme bei 1,3 kWh je kg
- 22.300 m³Gas, in der EU mit 9,5 kWh je Kubikmeter gerechnet; nach ukrainischer Abrechnung 24.500 m³oder65 tBallen in einer Feuerung mit 80 % Wirkungsgrad
- 3,1 habei 18 t TM je Hektar, dem Ertrag eines normalen Feldes bei uns · 2,5 auf den besten Böden · 4,1 auf durchschnittlichen europäischen Böden


Wärme
Je Tonne und Prozentpunkt verdampfen 11,6 kg Wasser; dafür sind rund 15 kWh Wärme nötig. Ballen mit 15 % Wassergehalt enthalten 4.080 kWh je Tonne. In der Ukraine wird ein Kubikmeter Gas mit 8,64 kWh abgerechnet. Daraus ergeben sich je Tonne und Prozentpunkt 1,7 m³ Gas oder 4,6 kg Ballen.
Feuerung
Bei Gas strömt das Abgas des Brenners mit der Trocknungsluft direkt durch das Getreide; die Trocknerhersteller sprechen von direkter Beheizung. Dabei wird die gesamte Wärme genutzt. Ballen werden in einer Feuerung verbrannt. Ein Wärmetauscher, also eine Stahlwand zwischen Rauchgas und Trocknungsluft, überträgt 80 % ihrer Wärme auf die Luft.
Kosten
„Erzeugungskosten“ sind die Vollkosten je Tonne Ballen, gerechnet über eine Nutzungsdauer des Bestands von 20 Jahren. Grundlage ist unser Planungsmodell, eine Kalkulation für einen Hektar. Die Erzeugungskosten liegen bei 70 € ohne Flächenkosten, bei 81 € mit ukrainischer Pacht und bei 124 € auf privatem Land, das für 1.000 € je Hektar gepachtet ist. Umgerechnet wird mit 51 Hrywnja (₴) je Euro.
Feld
Ein normales Feld bringt je Hektar 18 t Trockenmasse (TM), also das Gewicht der Ernte ohne Wasser; das sind 21 t Ballen. Die Ballen eines Hektars mit normalem Ertrag reichen, um rund 330 Tonnen Feuchtmais zu trocknen. Die vollständige Rechengrundlage finden Sie unter „So rechnen wir“ in Teil eins.
Ukrainische Betriebe trocknen mit Hackschnitzeln, Stroh und Weide; über eine Saison mit Miscanthus hat noch kein Betrieb berichtet
In der ukrainischen Fachpresse haben wir drei Betriebe und ein Getreidelager gefunden, die mit anderen Brennstoffen als Gas trocknen. Die Werte für Weide, Schalen und Hackschnitzel im Diagramm in Kapitel 02 stammen von zwei dieser Betriebe, Agrotechnika und Schyrokostup. Von Mrija und dem Getreidelager in Chorostkiw liegen Zahlen für ganze Saisons vor.
Die Betriebe, ihr Brennstoff und ihre Trocknungskosten
- Oblast Sumy · 5.000 ha · 2024
TOW Mrija
12,5 → 2,5 Mio. ₴So viel kostete die Trocknung einer Saison, zuerst mit Propan und Gas, danach mit Hackschnitzeln aus der Rodung eigener Obstanlagen. Die ersten beiden Warmlufterzeuger für Hackschnitzel verstopften, erst der dritte funktionierte.
- Oblast Kyjiw · 7.000 t Mais · 2023
FG Schyrokostup
16–20 ₴So viel kostet die Trocknung je Tonne und Prozentpunkt mit zugekauften Hackschnitzeln; hackt der Betrieb selbst, sind es rund 10 Hrywnja. Ein Getreidelager verlangt dafür 150–200 Hrywnja. Die Kosten des Warmlufterzeugers waren nach einer Saison wieder eingespielt.
- Oblast Wolyn · Warmlufterzeuger von GRECO · 2024
Agrotechnika
≤ 9 ₴ je Tonne und ProzentpunktDer Betrieb verfeuert je Tonne und Prozentpunkt 3 kg Energieweide aus der eigenen Plantage.
- Oblast Ternopil · Getreidelager für 50.000 t · 2022
KChP Chorostkiw
4 × 2,5 MWDas Lager nutzt Feuerungen eigener Bauart mit Wärmetauschern. Im Jahr 2022 trocknete es 70.000 t, drei Viertel davon mit Spreu und Stroh und ein Viertel mit Gas.
- Kein belegter Betrieb · Miscanthus · 2026
Ein Trockner mit Miscanthus
noch keinerAuch wir haben noch keine ganze Saison lang Getreide mit Miscanthus getrocknet. Nach einer einzigen Pflanzung lassen sich jeden Winter rund 20 Tonnen Ballen je Hektar ernten.



Weide
Unter den veröffentlichten Fällen ist die Energieweide von Agrotechnika am ehesten ein Beispiel dafür, dass ein Betrieb den Brennstoff für seinen Trockner selbst anbaut. Weide ist allerdings ein Gehölz und wird alle drei Jahre geerntet.
Stroh und Spreu
Das Getreidelager in Chorostkiw verfeuert Stroh und Spreu. Getreide lässt sich also auch mit Halmgut in einer Feuerung für feste Brennstoffe trocknen.

Im DetailWas Sie vor dem Kauf der Feuerung klären sollten
Klären Sie, wie die Feuerung beschickt wird, ob die Herstellergarantie auch für Miscanthus gilt, wo die Ballen bis zum Verfeuern lagern und ob das Rauchgas das Getreide berühren darf.
Bevor FG Schyrokostup seinen Hackschnitzel-Warmlufterzeuger anschaffte, liefen dort zwei handbeschickte Warmlufterzeuger für Strohballen mit zusammen 2 MW. Jemand musste die Tür öffnen, warten, bis der Ballen abgebrannt war, und zusehen, wie die Temperatur fiel und wieder stieg. Die Leistung solcher Anlagen hängt davon ab, wie schnell sich der Brennstoff nachlegen lässt. Für einen Trockner, der bei 10 Tonnen pro Stunde 2,6 MW Feuerungswärmeleistung braucht, werden drei Wochen lang rund um die Uhr 650 kg Ballen pro Stunde verbrannt. Diese Menge lässt sich nur zuführen, wenn die Ballen aufgelöst oder gehäckselt und maschinell gefördert werden.
Die Zahlen stammen von FG Schyrokostup. Der Betrieb hat zusammen mit der Hackschnitzelfeuerung auch einen neuen Trockner angeschafft.
Unter einem Megawatt eignet sich eine Ganzballenfeuerung ukrainischer Bauart, in der ein Ballen nach dem anderen als Ganzes verbrannt wird. Die 800-kW-Anlage von BioFire kostet laut Preisliste rund 13.500 €. Ballenauflöser zerkleinern die Ballen und führen sie maschinell zu; der dänische Strohkesselhersteller Linka bietet sie schon ab einigen hundert Kilowatt an. Ein 6-MW-Warmlufterzeuger des ukrainischen Herstellers Kriger kostet laut Preisliste rund 320.000 €.
Für die Ukraine haben wir keinen Preis für einen Ballenauflöser an einem Hoftrockner mit 10 Tonnen pro Stunde gefunden. Miscanthus-Asche erweicht schon bei etwa 970 °C, rund 450 Grad unter der Erweichungstemperatur von Fichtenasche, und kann in einem Warmlufterzeuger für Holzhackschnitzel zu harten Klumpen verbacken. Fragen Sie deshalb Kriger, GRECO und Novyi Elevator, ob ihre Garantie auch für Miscanthus gilt. Die Zahlen zu Asche und Chlor stehen im Brennstoff-Kapitel von Teil eins. Bei einem Trockner, der für Gas gebaut ist, sinkt außerdem der Durchsatz bei jedem festen Brennstoff um bis zu 30 %.
Lagerung
Miscanthus wird im Spätwinter gepresst und im Oktober verfeuert. Der Brennstoff einer Saison lagert also sechs bis acht Monate in einer Scheune mit offenen Giebelseiten, auf Paletten oder Kies. Für die Ballen von 20 Hektar, rund 420 Tonnen bei einer Stapeldichte von 150 kg je Kubikmeter, ist ein Gebäude von etwa 2.800 m³ nötig.
Direkte und indirekte Beheizung
Bei allen westlichen Herstellern, die wir uns angesehen haben (Mecmar, LASCO, AMT, Agriconsult und Linka), wird die Trocknungsluft über einen Wärmetauscher erhitzt, und das Rauchgas wird über den Schornstein abgeleitet. In den Anlagen von GRECO und Kriger, die in der Ukraine am weitesten verbreitet sind, wird das Rauchgas durch das Getreide geblasen. In der ukrainischen Fachpresse haben wir dazu keine Beschwerden gefunden.
Rauchgas
Das bayerische Technologie- und Förderzentrum (TFZ) hat im ungereinigten Rauchgas einer Miscanthus-Feuerung rund 100 mg/m³ Chlorwasserstoff gemessen, mehr als bei Holz. Ein Betrieb, dessen Getreide an einen europäischen Futtermittel- oder Lebensmittelabnehmer geht, sollte bei diesem Abnehmer nachfragen, bevor er sich für die direkte Beheizung entscheidet.
Wärme aus eigenen Ballen kostet einschließlich der Feuerung etwa so viel wie aus ukrainischem Gewerbegas und weniger als aus Gas für Höfe in der EU
Im Diagramm in Kapitel 02 haben wir nur die Brennstoffe verglichen, ohne die Anlage, in der sie verbrannt werden. Beim Gas kommen keine weiteren Kosten hinzu, denn der Brenner ist am Trockner bereits vorhanden, und niemand muss ihn bedienen.
| Ballen für 1.000 t Mais (212 MWh) in einer Feuerung mit 80 % Wirkungsgrad, zu Erzeugungskosten von 70 € je Tonne ohne Flächenkosten bis 124 € auf teuer gepachtetem Land | 21–38 € |
|---|---|
| Ganzballenfeuerung mit Wärmetauscher, rund 25.000 €, verteilt auf 15 Jahre (unsere Annahme) | ≈ 12 € |
| Strom und Bedienung | ≈ 10 € |
| Wärmekosten insgesamt | 43–60 € |
| Gewerbegas Ukraine 2024 / 2025 / 2026, bei direkter Beheizung | 36 / 48 / 50 € |
|---|---|
| Gewerbegas EU 2025, Abnahmemenge eines Hofs, bei direkter Beheizung | 70 € |
| Gasbrenner, am Trockner bereits vorhanden | 0 € |
| Wärmekosten insgesamt | 36–70 € |
Bei ukrainischer Pacht und einer Feuerung, die nur für den Trockner genutzt wird, kostet die Wärme aus Ballen alles in allem rund 47 € je Megawattstunde. Das ist etwa so viel wie mit ukrainischem Gewerbegas 2025 und 2026. Im Jahr 2024, als Gas billiger war, kostete Wärme aus Gas 11 € weniger. Wärme aus Gas für Höfe in der EU war 2025 um 23 € teurer. In einem Jahr wie 2022, als Wärme aus ukrainischem Gas bei direkter Beheizung 117 € je Megawattstunde kostete, hätte Wärme aus Ballen weniger als die Hälfte gekostet.
Was eingerechnet ist
Ballen müssen angebaut, geerntet, unter Dach gestapelt und einer Feuerung mit Wärmetauscher zugeführt werden. Deshalb rechnen wir für beide Brennstoffe alle Kosten ein, in Euro je Megawattstunde Wärme. Die Ballen gehen mit ihren Erzeugungskosten für die drei Flächenvarianten ein, die unter „So rechnen wir“ in Kapitel 02 stehen. Die Feuerung geht als Jahresrate über 15 Jahre bei 6 % Zinsen ein; bei einem ukrainischen Zinssatz von 12 % läge die Rate bei 17 € statt 12 € je Megawattstunde. Hinzu kommen Strom und Bedienung, also die Stunden, die jemand an der Feuerung verbringt. Nicht enthalten sind die Kosten einer Scheune, falls Sie keine haben.
Im DetailRechnung für einen größeren Trockner
Ein Trockner mit 10 Tonnen pro Stunde ist für eine Ganzballenfeuerung zu groß. Infrage kommt dann der 6-MW-Warmlufterzeuger von Kriger, dessen Preis in Kapitel 03 steht. Wird er nur in der 20-tägigen Trocknungskampagne dieses Trockners genutzt, in der rund 1.100 MWh Wärme gebraucht werden, kostet er etwa 30 € je Megawattstunde statt 12 €.
Erzeugt er im Jahr insgesamt 4.000 MWh, weil er im Winter auch Hallen und Wohnhäuser beheizt, sind es rund 8 €. So machen es die österreichischen und britischen Höfe, die wir in Teil drei über das Heizen vorstellen. Bei 30 € ist Wärme aus Ballen in allen drei Jahren der Tabelle teurer als Wärme aus ukrainischem Gas, bei 8 € ist sie 2025 und 2026 billiger.
Zu Gaspreisen von 2025 spart eine Zuckerfabrik mit Ballen nur dann Geld, wenn sie bereits einen Kessel für feste Brennstoffe besitzt
Wir haben in fünf Sprachen gesucht und in Europa und der Ukraine keine Rübenzuckerfabrik gefunden, die Miscanthus verfeuert. Die folgende Rechnung stammt deshalb von uns. Beim Brennstoff ließen sich einige Millionen Euro im Jahr sparen, ein neues Kesselhaus kostet dagegen einen zweistelligen Millionenbetrag.
Eine Rübenzuckerfabrik verbraucht für jede Tonne Rüben, die sie verarbeitet, rund 250 kWh Brennstoff. Eine gute moderne Fabrik kommt eher mit 170 kWh aus; der ukrainische Durchschnitt liegt bei etwa 285 kWh, das sind 33 m³ Gas je Tonne nach ukrainischer Abrechnung. Der Kalkofen wird bei über 1.100 °C mit Koks betrieben und verbraucht rund 5 % dieser Energie; in unserer Rechnung wird er weiter mit Koks befeuert. Der Rest der Energie wird für Prozessdampf und die Schnitzeltrocknung gebraucht, und manche Fabriken erzeugen diese Wärme schon heute mit festen Brennstoffen.
Er entspricht dem Preis einer Megawattstunde Gas vor dem Kessel, multipliziert mit 3,64. So viele Megawattstunden Gas ersetzt eine Tonne Ballen.
Im DetailBrennstoffkosten, Kessel, Abnehmer und Schnitzel
Die durchschnittliche ukrainische Fabrik verarbeitet 400.000 t Rüben je Kampagne. Beim ukrainischen Durchschnittsverbrauch an Brennstoff bräuchte sie rund 30.000 t Ballen von 1.400 Hektar mit normalem Ertrag, wenn der Kalkofen weiter mit Koks betrieben wird.
Zu ukrainischen Gewerbepreisen von 2025 kostet der Brennstoff dieser Fabrik für eine Kampagne rund 5,4 Mio. €; dabei ist der Anteil des Kalkofens eingeschlossen und alles als Gas gerechnet. Im Jahr 2024 waren es etwa 4,1 Mio. €, im Jahr 2022 dagegen 13,4 Mio. €. Die Ballen würden 3,3–3,9 Mio. € kosten, je nach Preis von 110–115 € je Tonne ab Feldrand bis 125–130 € frei Werk. Außerdem müsste die Fabrik den Vorrat einer Saison von Februar bis Oktober vorfinanzieren.
Eine Fabrik in der EU, die eine Million Tonnen Rüben verarbeitet, zahlte 2025 rund 12,6 Mio. € für Gas. Hinzu kamen 4,3 Mio. € für die CO₂-Zertifikate, die sie für dieses Gas kaufen muss. Für rund 65.000 t Ballen, für die kein CO₂-Preis anfällt, hätte sie 7–8,5 Mio. € gezahlt. Das Kesselhaus rechnen wir am Ende dieses Kapitels ein.
Was es kostet, einen bestehenden Kessel mit einem Ballenauflöser nachzurüsten, hat noch niemand veröffentlicht. Der deutsche Zuckerhersteller Pfeifer & Langen hat zwischen 2021 und 2023 beide Kohlekessel seines Werks in Könnern (Sachsen-Anhalt) auf feste Biomasse umgestellt. Jeder Kessel erzeugt 80 Tonnen Dampf pro Stunde; die Kosten des Umbaus hat das Unternehmen nicht genannt. Die spanische Zuckergenossenschaft Acor investiert 70 Mio. € in eine Anlage, in der 90.000 t Biomasse im Jahr verbrannt werden und deren Strom zusätzlich verkauft wird.
In einem Kohlekessel mit Wanderrost lassen sich gehäckselte Ballen oder Pellets zusammen mit der Kohle verbrennen; das Mischungsverhältnis wird nach dem Energieanteil festgelegt. Der Wanderrost ist ein umlaufendes Stahlband, auf dem der Brennstoff verbrennt. Miscanthus hinterlässt je Megawattstunde weniger Asche als Kohle, doch diese Asche schmilzt auf einem heißen Rost, und der Kessel erreicht nicht mehr seine volle Nennwärmeleistung.
Das Chlor im Brennstoff greift den Überhitzer an, also die Rohre, in denen der Dampf am heißesten ist. Bei den strohgefeuerten Kraftwerken in Großbritannien und Dänemark musste dieses Problem schon bei der Konstruktion gelöst werden.
Eine Fabrik, die bereits einen Kessel oder einen Trockner für feste Brennstoffe besitzt, kann auf Ballen umstellen, ohne ein Kesselhaus zu bauen. Nach Angaben von Ukrtsukor, dem Verband der ukrainischen Zuckerhersteller, nutzen 30–40 % der ukrainischen Fabriken schon heute zumindest teilweise andere Brennstoffe als Gas, nämlich Kohle, Pellets, Torf oder Heizöl. Das französische Werk Luzeal, das Rübenschnitzel und Luzerne trocknet, verfeuert Berichten zufolge in seinen Trocknern Miscanthus aus rund 420 Hektar Vertragsanbau zusammen mit Kohle. Einige ukrainische Fabriken erzeugen bereits einen Teil ihres Brennstoffs selbst. Sieben der 27 Fabriken haben Biogas- oder Biomethanprojekte, und das Werk der Zuckergruppe Astarta in Hlobyne gewinnt aus Schnitzeln 150.000 m³ Biogas am Tag.
Die Zahl der Zuckerfabriken geht zurück. In der EU sank sie zwischen 2012 und 2023 von 105 auf 88; in diese Zeit fiel das Ende der Zuckerquoten. In der Ukraine waren 2021 noch 33 Fabriken in Betrieb, 2022 nur 23; bei einem Gewerbegaspreis von 117 € je Megawattstunde standen 10 von ihnen still. Im Jahr 2025 arbeiteten wieder 27. Eine Fabrik, die 2022 in Betrieb geblieben ist, kann mit Ballen ihre Kosten bei der nächsten Gaspreisspitze begrenzen. Dafür muss sie eine Lieferkette aufbauen. Die strohgefeuerten Kraftwerke in England beziehen ihren Brennstoff mit mehrjährigen Verträgen aus einem Umkreis von 50–80 km; das Kraftwerk in Ely verfeuert Berichten zufolge Miscanthus zusammen mit Stroh. In Frankreich bietet das Miscanthus-Unternehmen Novabiom erste Anbauverträge über fünf Jahre zu rund 80 € je Tonne an. In der Ukraine beträgt die gesetzliche Mindestlaufzeit eines Pachtvertrags sieben Jahre; ein Miscanthus-Bestand wird 20 Jahre lang genutzt.
Prozesswärme ist die Wärme, die eine Fabrik braucht, um ihr Produkt herzustellen. Unter den Beispielen, die wir hier betrachten, hat die Zuckerherstellung den größten Bedarf. Für andere Branchen wird genauso gerechnet, nur mit kleineren Mengen.
Der Wert gilt für eine Molkerei.
Der Kessel ist damit in jedem Monat in Betrieb, was bei einem Getreidetrockner nicht der Fall ist.
So viel Gas wird in der Ukraine nach Angaben des ukrainischen Bioenergieverbands bereits durch Bioenergie ersetzt.
Schnitzel
Die Schnitzel werden als Futtermittel verkauft. Wird beim Trocknen das Rauchgas durch die Schnitzel geblasen, sollte die Fabrik das mit dem Käufer des Futters klären, so wie ein Betrieb vor der direkten Beheizung seinen Getreidekäufer fragt.
Ballenpreis in anderen Jahren
Der Ballenpreis, bei dem Ballen so viel kosten wie Gas für Fabriken in der EU, lag zu Preisen von 2020 bei 72 € je Tonne und Ende 2022 bei 404 €. Zu Preisen von 2025 waren es mit dem CO₂-Preis der EU 245 €. Gegenüber ukrainischem Gas lag dieser Preis im Jahr 2024 bei 132 € und im Jahr 2025 bei 173 €.
Wir rechnen dasselbe für eine größere Fabrik durch, die 5.000 t Rüben am Tag verarbeitet.
- 500.000 tRüben, 5.000 t am Tag über 100 Tage
- 125 GWhBrennstoff bei 250 kWh je Tonne, also 125.000 Megawattstunden
- 13 Mio. m³Gas, in der EU mit 9,5 kWh je Kubikmeter gerechnet, Kalkofen eingeschlossenoder32.700 tBallen, ohne die 5 % des Kalkofens
- 1.260–2.050 ha1.540 bei normalem Ertrag mit 21 t Ballen je Hektar; 1.260 auf den besten Böden, 2.050 auf durchschnittlichen Böden
- 650 am TagQuaderballen zu 500 kg auf 20–30 Lkw · 650–1.300 t Asche je Kampagne, bei 2–4 % Aschegehalt
Kesselwirkungsgrad 92 %
Eine Fabrik verbrennt ihr Gas in einem Kessel mit 92 % Wirkungsgrad, sodass eine Megawattstunde Wärme rund 9 % mehr kostet als das Gas, aus dem sie erzeugt wird. Deshalb ist Wärme aus ukrainischem Gas hier teurer als in den Trocknertabellen in Kapitel 04, die mit direkter Beheizung gerechnet sind.
Wärmekosten mit einem neuen Kesselhaus und mit einem vorhandenen Kessel
Wir rechnen in beiden Tabellen in Euro je Megawattstunde Wärme.
| Vertragsballen frei Werk zu 125–130 € je Tonne | ≈ 38 € |
|---|---|
| Neues Kesselhaus für eine Kampagne von 100 Tagen: 70 Mio. €, der Preis einer ganzjährig laufenden Biomasseanlage, finanziert über 25 Jahre zu 6 %, verteilt auf die 109 GWh Wärme der Kampagne | ≈ 50 € |
| Betrieb und Ascheentsorgung (unsere Annahme) | ≈ 8 € |
| Wärmekosten insgesamt, neues Kesselhaus | ≈ 96 € |
| Wärmekosten insgesamt, vorhandener Kessel für feste Brennstoffe | 46 € + Umbau |
| Gewerbegas EU 2025, Abnahmemenge einer Fabrik, im Kessel mit 92 % Wirkungsgrad | 55 € |
|---|---|
| CO₂-Zertifikate der EU zu 85 € je Tonne CO₂ | ≈ 18 € |
| Gewerbegas Ukraine 2025 / 2022, im Kessel mit 92 % Wirkungsgrad | 52 € / 128 € |
| Wärmekosten insgesamt | 52–128 € |
Neues Kesselhaus
Bei einer Zuckerfabrik kostet ein neues Kesselhaus je Megawattstunde mehr als der Brennstoff. Die 70 Mio. € sind der Preis der Anlage von Acor in Spanien, die das ganze Jahr läuft und deren Strom zusätzlich verkauft wird. Wird ein Kesselhaus zu diesem Preis nur in einer Kampagne von 100 Tagen genutzt, ist Wärme aus Ballen in jedem der letzten Jahre außer 2022 teurer als Wärme aus Gas.
Vorhandener Kessel
In einem Kessel oder Trockner für feste Brennstoffe, den die Fabrik bereits besitzt, kosten Ballen und Ascheentsorgung 46 € je Megawattstunde. Hinzu kommen die Kosten für den Umbau, die bisher niemand veröffentlicht hat. Gas kostete 2025 in der EU mit CO₂-Preis 73 € und in der Ukraine 52 €. Die Lieferkette muss drei Kampagnen vor dem ersten Anheizen mit Ballen aufgebaut sein.

Emissionsgenehmigungen für Trocknerfeuerungen in der Ukraine und in der EU
Die CO₂-Regeln gelten nur für große Anlagen wie eine Zuckerfabrik.
Ukraine
In der Ukraine gilt die Feuerung eines Trockners oder ein Kessel als ortsfeste Emissionsquelle. Für eine solche Anlage ist eine Genehmigung für Emissionen in die Luft nötig, die von der Umweltbehörde der Oblast erteilt wird. Wie die Anlage eingestuft wird und welche Unterlagen nötig sind, richtet sich nach ihren Emissionen, gleich welchen Brennstoff sie verfeuert. Auf feste Biobrennstoffe fällt Mehrwertsteuer an, aber keine Verbrauchsteuer. Wärme aus Biomasse darf zu höchstens 90 % des Tarifs für Wärme aus Gas verkauft werden (Gesetz 1959-VIII).
EU
In der EU fällt eine Feuerung ab 1 MW unter die Richtlinie über mittelgroße Feuerungsanlagen (MCP-Richtlinie); die Kessel einer Zuckerfabrik fallen unter die Industrieemissionsrichtlinie.
CO₂-Regeln
Für Anlagen ab 7,5 MW Feuerungswärmeleistung, die nach November 2023 in Betrieb gegangen sind, verlangt die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED III) eine Treibhausgaseinsparung von 80 %. Der Betreiber muss sie mit einer eigenen Berechnung nachweisen. Nach einer ukrainischen Ökobilanzstudie liegt die Einsparung bei Wärme aus Miscanthus auch dann über diesem Wert, wenn die Ballen weit transportiert werden. Der EU-Emissionshandel erfasst Anlagen ab 20 MW; Emissionen aus Biomasse werden darin mit null bewertet, wenn die Biomasse die Kriterien für erneuerbare Energien erfüllt. Deshalb ist in Kapitel 05 für die Ballen kein CO₂-Preis angesetzt, für das Gas dagegen schon.
Untersucht wurde ein Hackschnitzelkessel mit 500 kW; die Studie ist in Teil eins, Kapitel 06, ausführlich dargestellt.
Ersetzen die Ballen ukrainisches Gewerbegas, sind die Anlagekosten eines Hektars im fünften Jahr gedeckt, die Feuerung nicht eingerechnet
Ein Hektar wird einmal mit 17.800 Rhizomen bepflanzt. Rhizome sind Stücke des unterirdischen Sprosses, aus denen die Pflanzen austreiben; sie werden in einen Boden gelegt, der wie für Mais vorbereitet ist. Die ersten Ballen werden im Januar nach der zweiten Saison geerntet und ab dem dritten Herbst verfeuert. Danach wird der Bestand 20 Jahre lang jeden Winter geerntet.
Die folgenden Zahlen stammen aus unserem Planungsmodell; die Pacht ist eingerechnet, die Feuerung nicht. Wer mit den Ballen eines Hektars ukrainisches Gewerbegas zu Preisen von 2025 ersetzt, hat die Anlagekosten im fünften Jahr wieder eingespielt. Zum Gaspreis von 2024 dauert es bis zum siebten Jahr. Gegenüber dem ukrainischen Haushaltstarif für Gas, der bei 7,96 Hrywnja je Kubikmeter eingefroren ist, werden die Anlagekosten nie eingespielt. Die Feuerung rechnen wir in Kapitel 04 ein. Die vollständige 20-Jahres-Kalkulation, die Cashflow-Grafik und den Markt für Ballen finden Sie in Teil eins, Kapitel 07.
Von einer Pflanzung für den Trockner raten wir ab, wenn
- die Feuerung nur in den sechs Wochen der Trocknung genutzt würde und Sie Gas zu ukrainischen Gewerbepreisen beziehen; dann sind die Kosten der Feuerung etwa so hoch wie die gesamte Ersparnis beim Brennstoff;
- es keine trockene Scheune für die Ballen einer Saison gibt (die nötige Größe steht in Kapitel 03);
- Sie schon vor dem dritten Herbst im Trockner auf Gas verzichten müssen.
Haben Sie eine Scheune, lohnt sich eine Pflanzung für den Trockner, wenn Sie die Feuerung auch im Winter nutzen oder für Gas so viel zahlen wie Höfe in der EU. Entscheiden Sie über die Feuerung, bevor die Rhizome gepflanzt werden.
Ein Bestand wird einmal gepflanzt und liefert 20 Jahre lang Brennstoff
Ein Betrieb mit Trockner
Die Ballen von drei Hektar reichen für 1.000 Tonnen Mais, die von 15 Hektar für die Trocknungskampagne eines Trockners mit 10 Tonnen pro Stunde. Wird im Frühjahr 2027 gepflanzt, gibt es den ersten Brennstoff für die Kampagne 2029 und ab 2030 die volle Ernte.
Eine Fabrik
Eine Fabrik braucht Vertragsanbau auf 1.000 Hektar oder mehr. Die Flächen sollten im Umkreis eines Kessels oder Trockners für feste Brennstoffe liegen, den die Fabrik bereits besitzt. Gepflanzt wird in Abschnitten von 300–500 Hektar.
Programm für Fabriken
Wir erzeugen Pflanzgut für rund 1.000 Hektar im Jahr. Damit lassen sich in einer Saison rund 70 % der 1.400 Hektar einer durchschnittlichen ukrainischen Fabrik bepflanzen und in zwei Saisons die ganze Fläche. Unser Pflanzgut ist früh ausgebucht. Ein Pflanzprogramm für eine Fabrik muss deshalb drei Kampagnen im Voraus bestellt werden. Ein Pilotprojekt mit 300 Hektar im ersten Frühjahr hat eine Größe, die ein Vorstand genehmigen kann.
Die beiden anderen Teile der Reihe „Miscanthus als Brennstoff“
Darin stehen die Brennstoffdaten, der Wärmepreis nach Brennstoff und Land seit 2020, die Energiebilanz und die CO₂-Emissionen, die Vorschriften und die 20-Jahres-Kalkulation für einen Hektar.
Lesen Teil drei: HeizenEin Haus, einen Hof oder ein Dorf mit Miscanthus heizenDarin vergleichen wir die Jahreskosten in Euro mit Gas, Heizöl und Pellets und beschreiben den passenden Kessel. Außerdem stellen wir Betriebe vor, die bereits einen solchen Kessel betreiben, und erläutern die Vorschriften nach Land und die Fälle, in denen man besser beim Gas bleibt.
LesenHäufig gestellte Fragen
Das ist in einer Feuerung für feste Brennstoffe möglich. Ukrainische Betriebe trocknen in solchen Anlagen bereits mit Hackschnitzeln, Stroh und Weide. Um eine Tonne Mais von 28 auf 14 % Feuchte zu trocknen, braucht man rund 210 kWh Wärme. Das entspricht 65 kg Ballen, die in einer Feuerung mit Wärmetauscher verbrannt werden. Bei Erzeugungskosten von 70 € je Tonne Ballen kostet der Brennstoff für eine Tonne Mais rund 4,50 €, mit ukrainischem Gewerbegas zu Preisen von 2026 etwa 10 €. Rechnet man die Feuerung, ihren Stromverbrauch und die Arbeitszeit für die Bedienung hinzu, sind die Kosten mit Ballen und mit Gas etwa gleich hoch.
Wir haben weder in Europa noch in der Ukraine eine Zuckerfabrik gefunden, die bereits Miscanthus verfeuert. Eine durchschnittliche ukrainische Fabrik verarbeitet in einer Kampagne, der 100 Tage langen Verarbeitungssaison, 400.000 t Rüben. Für ihren gesamten Brennstoffbedarf außer dem Kalkofen bräuchte sie rund 30.000 t Ballen von 1.400 Hektar. Zu Preisen von 2026 kosten die Ballen dafür 3,3–3,9 Mio. €, das Gas zu Preisen von 2025 dagegen 5,4 Mio. €. Der Kessel ist dabei noch nicht eingerechnet. Eine Fabrik, die bereits einen Kessel für feste Brennstoffe besitzt, kann darin Ballen zusammen mit ihrem bisherigen Brennstoff verfeuern. Ein neues Kesselhaus, das für eine Kampagne von 100 Tagen gebaut wird, kostet je Megawattstunde mehr, als sich in einem normalen Jahr beim Brennstoff einsparen lässt.
Für einen Trockner, der 2.000 t Mais trocknet, ist ein Ballenlager von rund 900 m³ nötig, für die Ballen von 20 Hektar eines von etwa 2.800 m³. Bei gleicher Wärmemenge nehmen Ballen vier- bis fünfmal so viel Raum ein wie Pellets. Gelagert werden sie in einer Scheune mit offenen Giebelseiten, auf Paletten oder Kies gestapelt.
Ein stehender Bestand kann in einem trockenen Frühjahr in Brand geraten, ebenso ein Ballenstapel. Führen Sie auf der Erntemaschine Feuerlöscher mit, lagern Sie die Stapel mit Abstand zu Gebäuden und beachten Sie die nationalen Vorschriften für die Strohlagerung. Brände an Getreidetrocknern kommen bei jedem Brennstoff vor; in der Ukraine brannten im Jahr 2020 insgesamt 293 Trockner.
Keiner der beiden ist für ganze Ballen ausgelegt. GRECO nennt als Brennstoffe Pellets, Hackschnitzel und Schalen, Kriger nennt Hackschnitzel, Pellets, Schalen und Ernterückstände. Ganze Ballen werden in Ganzballenfeuerungen unter einem Megawatt verbrannt, etwa in der 800-kW-Anlage von BioFire, die je Charge einen Rundballen von 600 kg aufnimmt. Für eine größere Feuerung ist ein Ballenauflöser nötig, wie ihn Linka baut. Braucht der Trockner 2,6 MW Feuerungswärmeleistung, müssen 650 kg Ballen pro Stunde zugeführt werden. Das ist nur mit einem Ballenauflöser und einem Förderband möglich.
Wir haben keine Messungen an Getreide gefunden, das mit Miscanthus getrocknet wurde. In einer US-Studie aus den 1980er-Jahren wurde Mais untersucht, der direkt mit Biomassewärme getrocknet worden war. Er enthielt gleich viel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Mais, der direkt mit Gas getrocknet worden war. PAK kommen im Rauch vor. Bei der Verbrennung von Miscanthus enthält das Rauchgas mehr Chlorwasserstoff und Staub als bei Holz. Das bayerische Technologie- und Förderzentrum (TFZ) hat im ungereinigten Rauchgas rund 100 mg/m³ Chlorwasserstoff gemessen. Bei allen westlichen Trocknerherstellern, die wir uns angesehen haben, wird die Luft über einen Wärmetauscher erhitzt. In den Anlagen von GRECO und Kriger wird das Rauchgas durch das Getreide geblasen; in der ukrainischen Fachpresse wurde das bisher nicht als Problem beschrieben. Fragen Sie den Abnehmer Ihres Getreides, bevor Sie sich für die direkte Beheizung entscheiden.
Über diesen Artikel
Diesen Artikel haben wir selbst geschrieben. Wir bauen Miscanthus an und verkaufen Pflanzgut. Verwendet haben wir die unten aufgeführten Quellen und unsere eigenen Zahlen.
Die Angaben entsprechen dem Stand bei der Veröffentlichung. Preise und Vorschriften ändern sich, und Fehler sind möglich. Prüfen Sie die Zahlen daher, bevor Sie sich darauf stützen.
Wenn Sie einen Fehler finden oder genauere Zahlen haben, schreiben Sie uns an info@miscanthus.eu oder nutzen Sie das Formular weiter unten.
Quellen
- TFZ Straubing, K. Reisinger. Thermische Verwertung von Miscanthus im Vergleich zu Holz (2009), Landtechnikbericht 154: Heizwert 17,7 MJ/kg TM; Asche 3,9 % (2,3–5,6); Ascheerweichung 973 °C; Cl 0,22 %, K 0,72 %; Messungen von HCl und Staub; Empfehlung, Miscanthus nicht in herkömmlichen Hackschnitzel- oder Pelletkesseln zu verfeuern.
- FNR, Basisdaten Bioenergie (2022): Heizwert 14,6 MJ/kg bei 15 % Wassergehalt; Schüttdichten.
- Eurostat, nrg_pc_202 (Gas für Haushalte), nrg_pc_203 (Gas für Nichthaushaltskunden, Verbrauchsbänder I3 und I5), nrg_pc_204 (Strom), Daten bis 2025-S2, aktualisiert am 24. September 2026.
- Weltbank, Commodity Price Data, monatlich bis August 2026: TTF, Brent, Kohle; Referenzkurse der EZB; amtliche Kurse der Nationalbank der Ukraine (NBU).
- Naftogaz (Haushaltstarif 7,96 UAH/m³, gültig bis 30. April 2027); NERC, die ukrainische Regulierungsbehörde für Energie; Tarifarchiv von minfin.com.ua; Wirtschaftsministerium der Ukraine, monatlicher tatsächlicher Verkaufspreis für Gas, März 2022 bis August 2026; Tarife von Naftogaz Trading.
- Strohkostenrechner der LWK Niedersachsen, über LAND & FORST (Juni 2025): Transport 6,50 €/t plus 0,155 € je Tonnenkilometer.
- OMAFRA, Reducing energy use in grain dryers (2024/2026); Antargaz Pro, séchage (2026); Deutsches Maiskomitee, MAIS 3/2005 (Hugger); Gasinstitut der NASU / K. Kostohryz, Agrobusiness-Ukraine 4/2020.
- Elevatorist, 27.01.2022 (293 Trockner brannten 2020), 08.02.2022, 22.04.2022, 30.09.2022, 31.10.2022, 10.07.2023, 12.02.2024, 18.03.2024; Latifundist, 06.10.2022, 14.07.2023, 26.09.2023, 23.07.2025; Kurkul, 22.02.2023; SuperAgronom, 17.02.2024; agrarheute, 06.09.2022; topagrar.pl, 24.09.2026.
- Farmers Weekly, 19. März 2018 (Woodend Farm; Aberdeen Grain).
- GRECO, Kriger (Listenpreis TGm-6.0, 2026), Novyi Elevator, BioFire (Listenpreis TPZ8, 2026), Mecmar, LASCO, AMT, Agriconsult, Linka: Herstellerunterlagen.
- Jensen, A. S. & Morin, B. (2015). Energy and the environment in beet sugar production. ESST; CEFS, Climate Neutrality Toolbox (2023); Astarta über agravery.com (17. Februar 2017); Ukrtsukor über Interfax-Ukraine (17. November 2023) und Daten der Kampagne 2025/26; Latifundist zu den Brennstoffen der Fabriken (2023).
- Tryboi, O. V. (2018). Efficient biomass value chains for heat production from energy crops in Ukraine (ein Hackschnitzelkessel mit 500 kW, 33 ha, zwanzig Jahre). Energetika 64(2), 84–92, Tabellen 5–7; Vergleichswert 80 g CO₂-Äq./MJ aus SWD(2014) 259 und RED II, Anhang VI; Nussbaumer & Oser (2004), IEA Bioenergy Task 32 (Referenzwerte Holzhackschnitzel 13, Pellets 3,3, Gas- und Ölkessel 0,7); McCalmont et al. (2017), GCB Bioenergy (Energieverhältnis der Kultur 47); JRC (2017), kein Standardwert für Miscanthus.
- Ballenpreise: agrarheute (7. April 2026, Deutschland ab Hof); Novabiom und der Vertrag von Bernwiller (Frankreich); Farmers Weekly (2020) und Biosorb (2024) (Großbritannien); Exportangebote von Artmash (Ukraine, 2026); unser eigener Preis ab Feldrand.
- Bioenergy Insight (26. September 2023), Pfeifer & Langen Könnern; Ankündigung der Biomasseanlage von Acor; Luzeal (Berichte, nicht überprüft); Strohkraftwerke Elean/Ely und Sleaford; Vertragsbedingungen von Novabiom; Navigant/BMWi (2020), Molkerei 7–10 GJ/t; UABIO, kommunale Biomassekessel.
- MCP-Richtlinie (EU) 2015/2193; Industrieemissionsrichtlinie 2010/75/EU; EU-Emissionshandelsrichtlinie und ETS2; RED III, Richtlinie (EU) 2023/2413, Art. 3 und Art. 29.
- Zelena Biomasna Energija, Miscanthus × giganteus CAPEX and OPEX structure: 1-hectare reference model, Kroatien, September 2026 (Planungsrechnung; ohne Finanzierung, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Rückbau der Plantage); hier gerechnet mit Pflanzgut zum Listenpreis.
- Wirtschaftlichkeit je Hektar: miscanthus.eu/de/buy (Preise für Pflanzgut); unsere Erntekosten, Erträge und unser Preis; LfL Bayern, Deckungsbeiträge 2023–25; LfULG Sachsen (2014); Chambre d’agriculture de l’Oise (2025); Hastings, A. et al. (2017); Destatis, Pachtpreise (2023); Versuchsreihen in Poltawa und Potasch, auf denen die Ertragsstaffel beruht.
- Fotos: Die Aufnahmen unserer eigenen Felder haben wir selbst gemacht, im Februar 2026 und in früheren Wintern; bei allen anderen Fotos sind die Urheber in der Bildunterschrift genannt.


