Heizen mit Miscanthus: Ballen von drei Hektar decken den Wärmebedarf eines Hofs
Drei Hektar, unsere Mindestbestellung, ergeben im Jahr rund 64 Tonnen Ballen. Das reicht, um Wohnhaus, Werkstatt und Wirtschaftsgebäude eines Hofs zu heizen. Rechnet man den Kessel ein, kostet diese Wärme etwas mehr als halb so viel wie Wärme aus Gewerbegas für kleine Betriebe. Ein Haus mit 150 m² braucht ein Drittel Hektar. Ob der Eigentümer damit Geld spart, hängt vom Preis des Kessels und von der Bundesförderung ab.
Teil eins: die Grundlagen · Teil zwei: Getreidetrockner und Fabriken · Ohne eigenes Feld: hier weiterlesen
Was das Heizen mit Ballen für Hof, Haus und Anwesen kostet und voraussetzt
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Auf einem Hof kostet Wärme aus den Ballen von drei Hektar etwas mehr als halb so viel wie Wärme aus Gas.
Auf einem normalen Feld ergeben die drei Hektar unserer Mindestbestellung rund 64 Tonnen Ballen im Jahr, also 212 MWh Wärme. Rechnet man eine Kesselanlage für Stroh und ihre Betriebskosten ein, kostet diese Wärme 61–70 € je Megawattstunde (MWh, 1.000 kWh). Dieselbe Wärme kostet mit Gewerbegas für kleine Betriebe 115 € je MWh ohne Mehrwertsteuer. Dabei ist nur das Gas gerechnet, weil der Hof bereits einen Gaskessel hat. Unser Planungsmodell enthält die Kosten des Feldes, aber nicht die des Kessels. Nach diesem Modell sind die Kosten der Pflanzung im dritten Jahr gedeckt. -
Im Wohnhaus ist Miscanthus als Brennstoff wesentlich billiger als Gas. Ob die gesamte Heizung günstiger ist, hängt vom Preis des Kessels ab.
Rechnet man nur den Brennstoff und setzt die eigenen Ballen mit ihren Erzeugungskosten an, kostet die Wärme 21–27 € je Megawattstunde. Deutsche Haushalte zahlten 2025 für dieselbe Wärme aus Erdgas 147 €. Mit einem Hackschnitzelkessel für 20.000–38.000 €, der über 15 Jahre abbezahlt wird, kosten beide Heizungen etwa gleich viel. Deutlich günstiger ist Miscanthus, wenn der Kesselpreis am unteren Ende dieser Spanne liegt oder die Bundesförderung einen Teil der Kosten übernimmt. Einen solchen Zuschuss erhalten zum Beispiel Eigentümer, die eine Ölheizung ersetzen. -
Für ein Anwesen, das von Heizöl auf Ballen umstellt, ist die Wärme auch einschließlich Kessel günstiger; zu Preisen von 2026 ist der Unterschied größer.
Ein Anwesen mit 300 m² braucht 40 MWh Wärme im Jahr, doppelt so viel wie das Haus. Mit einem Hackschnitzelkessel für 20.000–38.000 €, der über 15 Jahre abbezahlt wird, kostet die Heizung mit eigenen Ballen insgesamt 3.300–5.800 € im Jahr. Mit Heizöl kostete die Wärme einschließlich Ölkessel 5.100–5.900 € zu Preisen von 2025 und 6.600–7.400 € zum Durchschnittspreis von Januar bis August 2026. -
Miscanthus muss in einem Strohkessel mit beweglichem Rost, Auskleidung und Filter verbrannt werden.
Miscanthus-Asche erweicht bei etwa 970 °C, und der Chlorgehalt liegt um ein Mehrfaches über dem von Holzpellets. Ein Schub- oder Treppenrost fördert die Asche ab, bevor sie verschmelzen kann. Nach dem Stand von 2021 hatte unter 100 kW nur Ökotherm eine deutsche Typprüfbescheinigung für Miscanthus. Ohne eine solche Bescheinigung darf in Deutschland kein kleiner Kessel mit Miscanthus betrieben werden. -
Ohne eigenes Feld ist es sinnvoller, die vorhandene Gasheizung oder den Pelletofen zu behalten.
Ballen werden in ganzen Lkw-Ladungen zwischen Betrieben gehandelt. Eine Tonne Miscanthus-Pellets kostet zu Preisen von 2025 etwa so viel wie eine Tonne Holzpellets, liefert aber weniger Wärme und bildet im Pelletkessel Schlacke. Auch wer Ballen kauft, braucht eine Scheune und einen Kessel für Stroh, in Deutschland ein Modell, das für diesen Brennstoff typgeprüft ist. Für ein Haus ohne Land kommt ein gemeinsames Dorfheizwerk infrage, das wie im Elsass von Landwirten aus der Umgebung beliefert wird.
Ein Haus mit 150 m² braucht sechs Tonnen Miscanthus im Jahr, die auf einem Drittel Hektar wachsen
Miscanthus ist ein hohes, mehrjähriges Gras, das im Spätwinter trocken geerntet und wie Stroh gepresst wird. Auf dieser Seite rechnen wir zuerst für ein Haus mit 150 m² und in Kapitel 03 nach derselben Methode für einen Hof. Das Haus braucht für Heizung und Warmwasser im Jahr 20.000 kWh Wärme, etwas mehr, als ein typisches deutsches Einfamilienhaus mit Gasheizung verbraucht. Bei 82 % Kesselwirkungsgrad sind dafür sechs Tonnen Miscanthus im Jahr nötig. Für ein Wohnhaus wird der Bestand mit dem Feldhäcksler statt mit der Ballenpresse geerntet, und das Häckselgut wird in einem Hackschnitzelkessel verfeuert. Kessel für ganze Ballen gibt es erst ab etwa 100 kW, also in der Leistungsklasse eines Anwesens.
Euro im Jahr für 20.000 kWh Wärme, Preise von 2025
Der Gaspreis hat sich seit Beginn des Kriegs gegen den Iran kaum verändert: Im ersten Halbjahr 2026 zahlten deutsche Haushalte 11,6 Cent je Kilowattstunde, 2025 waren es 12,2 Cent.
Heizöl wurde um etwa die Hälfte teurer. Für das Anwesen mit Ölheizung aus Kapitel 03 sind Ballen deshalb zu Preisen von 2026 deutlich günstiger als Heizöl.
Die Wärmepumpe ist mit dem Wärmepumpentarif gerechnet; mit normalem Haushaltsstrom würde ihr Strom rund 2.570 € im Jahr kosten. Ein Händler, der nach Deutschland liefert, führt Miscanthus-Pellets für 340–360 € je Tonne in seiner Preisliste; etwa so viel kosteten Holzpellets 2025. Eine Tonne Miscanthus-Pellets liefert aber weniger Wärme. Mit ihnen liegen die Heizkosten des Hauses deshalb bei rund 2.000 € im Jahr, mit Holzpellets bei 1.620 €.
Ihr Haus
- Gas im Jahr
- 2.940 €
- Gekaufte Ballen im Jahr
- 810 €
- Eigene Ballen im Jahr, zu Erzeugungskosten von 92 € je t mit deutscher Pacht
- 550 €
- Ballen im Jahr
- 6,0 t
- Nötiger Lagerraum
- 40 m³
- Hektar, bei 18 t Trockenmasse je Hektar
- 0,3
Wir rechnen mit einem Wirkungsgrad von 92 % beim Gaskessel und 82 % beim Ballenkessel. Eine Tonne Ballen enthält bei 15 % Wassergehalt 4.080 kWh. Im Stapel wiegt ein Kubikmeter 150 kg, und Ballen wiegen 18 % mehr als ihre Trockenmasse. In Deutschland wird Gas nach seinem Brennwert abgerechnet, deshalb steht das Gas für 20.000 kWh Wärme mit rund 24.000 kWh auf der Rechnung. Als Gaspreis ist der Durchschnitt von 2025 nach Eurostat voreingestellt, 12,2 Cent je Kilowattstunde; nach den Verlusten im Kessel sind das 147 € je Megawattstunde Wärme. Als „Erzeugungskosten“ bezeichnen wir die gesamten Kosten für den Anbau einer Tonne, umgelegt auf die 20 Jahre, in denen ein Bestand genutzt wird. Wir berechnen sie mit unserem Planungsmodell, einer Kalkulation für einen Hektar. Nach diesem Modell kostet die Tonne 70 € ohne Flächenkosten und 92 € mit der durchschnittlichen deutschen Pacht für Ackerland von 407 € je Hektar. Im Kessel mit 82 % Wirkungsgrad sind das 21–27 € je Megawattstunde Wärme. Das Modell ist im Kasten zu den Erzeugungskosten in Teil eins beschrieben, alle Rechengrundlagen stehen dort unter „So rechnen wir“. Der Rechner erfasst nur den Brennstoff; Kessel, Strom und Betreuung rechnen wir im nächsten Kapitel ein.
Im DetailWie wir rechnen und woher die Zahlen kommen
So rechnen wir: Kessel und Gas
Ballen mit 15 % Wassergehalt enthalten 4.080 kWh je Tonne. Ein Ballen- oder Hackschnitzelkessel nutzt davon 82 % als Wärme, ein Gaskessel 92 % der Energie im Gas und ein Öl- oder Pelletkessel 88 %. Für 20.000 kWh Wärme braucht das Haus also 6 Tonnen Ballen oder 2.300 m³ Gas mit einem Heizwert von 9,5 kWh je Kubikmeter. In Deutschland wird Gas nach dem Brennwert abgerechnet; auf der Rechnung erscheint dasselbe Gas deshalb mit rund 24.000 kWh. In Ballen nimmt der Jahresbedarf etwa 40 m³ Lagerraum ein, das sind 12 Quaderballen; als Häckselgut sind es 60 m³.
So rechnen wir: das Feld
Auf einem normalen Feld bei uns wachsen im Jahr 18 Tonnen Trockenmasse (TM) je Hektar, das entspricht 21 Tonnen Ballen. Trockenmasse ist das Gewicht der Ernte ohne ihr Wasser. Das Haus braucht deshalb ein Drittel Hektar. Auf den besten tiefgründigen Böden reicht ein Viertel Hektar, auf durchschnittlichen europäischen Böden sind es bei den Erträgen veröffentlichter Versuche 0,4 Hektar. Die drei Ertragsstufen stehen im Hektar-Kapitel von Teil eins. Unsere Mindestbestellung ist größer, als ein Haus braucht; Näheres dazu steht in Kapitel 07.
So sind die Balken gerechnet
Miscanthus aus eigener Ernte setzen wir mit 92 € je Tonne an; das sind die Erzeugungskosten mit deutscher Pacht, wie unter dem Rechner erläutert. Gekauft und geliefert kostet er 135 € je Tonne. Davon entfallen rund 120 € auf den Preis ab Hof, den agrarheute im April 2026 für Deutschland meldete, und der Rest auf den Transport über 50 km. Als gekaufte Pellets kostet Miscanthus 340 € je Tonne. Für die Wärmepumpe rechnen wir mit einer Jahresarbeitszahl von 3, also drei Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom. Den Strom setzen wir mit 26,2 Cent je Kilowattstunde an; so viel zahlten deutsche Haushalte mit Wärmepumpe 2025 im Durchschnitt.
Mit allen Kosten gerechnet ist Wärme aus Ballen auf einem Hof etwas mehr als halb so teuer wie Gas und im Wohnhaus etwa gleich teuer
Die Balken in Kapitel 02 enthalten nur die Brennstoffkosten, ebenso das Preisdiagramm in Teil eins. Ein Haushalt bezahlt aber auch den Kessel und die Zeit, die der Betrieb der Heizung kostet. In der Tabelle unten rechnen wir beide Heizungen für das Haus vollständig durch, in Euro je Megawattstunde Wärme bei 20 MWh im Jahr. Die Zahlen für das Anwesen und den Hof folgen nach der Tabelle.
| Ballen zu Erzeugungskosten, von 70 € je Tonne ohne Flächenkosten bis 124 € auf Pachtland für 1.000 € je Hektar | 21–37 € |
|---|---|
| Hackschnitzelkessel mit Treppenrost, 20.000–38.000 €, über 15 Jahre zu 6 % abbezahlt, bei 20 MWh Wärme im Jahr | 103–196 € |
| Strom für Fördertechnik und Gebläse, Arbeitszeit für die Betreuung | ≈ 10 € |
| Wärmekosten insgesamt | 134–243 € |
| Erdgas für Haushalte, Deutschland 2025 | 147 € |
|---|---|
| Gaskessel, 8.500–16.000 €, über 15 Jahre abbezahlt | 44–82 € |
| Gasanschluss, Wartung und Schornsteinfegerkosten | nicht eingerechnet |
| Wärmekosten insgesamt | 191–229 € |
Im Wohnhaus ist die Jahresrate für den Kessel höher als die Brennstoffkosten. Deutlich günstiger sind Ballen, wenn der Kesselpreis am unteren Ende der Spanne liegt oder eine Förderung einen Teil der Kosten übernimmt. Selbstnutzende Eigentümer, die eine Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen, können aus der Bundesförderung (siehe Kapitel 05) 46 % der förderfähigen Kosten bis zu 28.000 € als Zuschuss erhalten. Damit sinkt die Jahresrate für den Kessel auf 56–129 € je Megawattstunde. Wärme aus Ballen kostet dann insgesamt 87–176 € je Megawattstunde und damit weniger als Wärme aus Gas.
Zu deutschen Gaspreisen für Haushalte und ohne Förderung kosten beide Heizungen etwa gleich viel.
Kessel und Arbeitsaufwand
Ein Gaskessel kostet weniger als halb so viel wie ein Hackschnitzelkessel und läuft ohne Betreuung. Miscanthus muss angebaut oder gekauft, trocken gelagert und dem Kessel zugeführt werden, und die Asche muss entfernt werden.
Bei einem größeren Gebäude fällt die Rechnung anders aus, weil sich die Jahresrate für den Kessel auf mehr Wärme verteilt. Ein Anwesen mit 300 m² und Ölheizung braucht 40 MWh Wärme im Jahr, doppelt so viel wie das Haus. Das Heizöl dafür kostete zu Preisen von 2025 rund 4.200 € und zum Durchschnittspreis von Januar bis August 2026 rund 5.700 €. Rechnet man einen Ölkessel hinzu, der über 15 Jahre abbezahlt wird, sind es 5.100–5.900 € für 2025 und 6.600–7.400 € zum Durchschnittspreis von 2026. Mit eigenen Ballen kostet die Wärme einschließlich Strom und Arbeitszeit 1.200–1.900 €, einschließlich Hackschnitzelkessel 3.300–5.800 €.
Bei einem Hof, der unsere Mindestbestellung von drei Hektar pflanzt, verteilen sich die Kesselkosten auf noch mehr Wärme. Die drei Hektar ergeben rund 64 Tonnen Ballen im Jahr, also 212 MWh und damit so viel Wärme, wie zehn Häuser verbrauchen. Rechnet man alle Kosten einer Kesselanlage für Stroh ein, kostet diese Wärme etwas mehr als die Hälfte dessen, was der Hof als kleiner Betrieb für Gewerbegas zahlen würde.
Für das Anwesen ist die Heizung mit Ballen zu Preisen von 2025 günstiger als mit Heizöl; zu Preisen von 2026 ist der Unterschied größer.
In den 61–70 € sind Kesselanlage und Betriebskosten enthalten. Beim Gas ist nur der Brennstoff gerechnet, weil der Hof es in seinem vorhandenen Kessel verbrennt. Beide Preise verstehen sich ohne Mehrwertsteuer.
Im DetailSo ist die Tabelle gerechnet
Rechengrundlage
Die Ballen setzen wir zu ihren Erzeugungskosten an. Jeden Kessel rechnen wir als Jahresrate: Sein Preis verteilt sich über 15 Jahre bei 6 % Zins. Auf der Ballenseite kommen der Strom für Fördertechnik und Gebläse und die Arbeitsstunden für die Betreuung hinzu. Nicht enthalten sind die Kosten für Gasanschluss, Wartung und Schornsteinfeger sowie eine Scheune, falls Sie keine haben.
Ballenzeile und Kesselpreis
Die Spanne in der Ballenzeile ist breiter als die der reinen Brennstoffkosten in Kapitel 01, weil sie bis zu einer Pacht von 1.000 € je Hektar reicht; in den Rechengrundlagen von Kapitel 02 ist die Pacht niedriger. Der Kesselpreis ist der einer Hackschnitzelanlage. Welcher Kessel für Miscanthus typgeprüft ist, steht im nächsten Kapitel; den Preis erfragen Sie beim Hersteller. Kesselpreise und Betriebskosten sind in Kapitel 05 aufgeführt.
Der Hof mit drei Hektar
Drei Hektar eines normalen Feldes ergeben rund 64 Tonnen Ballen im Jahr, im Kessel mit 82 % Wirkungsgrad also 212 MWh Wärme. Ein Guntamatic Powercorn 75 mit Staubfilter, Lager und Austragung steht 2026 mit 37.000–40.000 € netto in der Preisliste. Eingebaut und mit Pufferspeicher rechnen wir mit 50.000–60.000 €; das ist unsere eigene Annahme. Bei einer Finanzierung über 15 Jahre zu 6 % kommen damit 24–29 € je Megawattstunde zu den 27 € für die Ballen und den 9–13 € Betriebskosten hinzu. Der Powercorn dient hier nur als Preisbeispiel. Guntamatic gibt Miscanthus als Brennstoff frei, hat für pflanzliche Brennstoffe aber keine Typprüfbescheinigung. In Deutschland braucht der Hof deshalb entweder einen Kessel, der für diesen Brennstoff typgeprüft ist, etwa von Ökotherm, oder für eine Anlage ab 100 kW Feuerungswärmeleistung eine Genehmigung.
Gas für den Hof und die Genehmigung
Beim Gas rechnen wir mit dem Eurostat-Preis für deutsche Betriebe, die weniger als 1.000 GJ im Jahr verbrauchen: 9,6 Cent je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer im Jahr 2025 und 9,2 Cent im ersten Halbjahr 2026. Einen Gaskessel hat der Hof schon, deshalb rechnen wir auf der Gasseite keinen ein. Ab 100 kW Feuerungswärmeleistung ist eine Anlage genehmigungsbedürftig; darunter muss der Kessel für den Brennstoff typgeprüft sein. Einzelheiten stehen in Kapitel 06.
Miscanthus-Asche erweicht bei einer Temperatur, die rund 450 Grad unter der von Fichtenasche liegt, deshalb ist ein Kessel für Stroh nötig
Miscanthus hinterlässt mehr Asche als Holz, und diese Asche beginnt sich bei 835–890 °C zu verformen. In einem Hackschnitzel- oder Pelletkessel für Holz backt sie auf dem Rost, auf dem der Brennstoff verbrennt, zu harter Schlacke zusammen. Ein Kessel für Miscanthus muss deshalb für Stroh gebaut sein.
Ein Kessel für Stroh verbrennt denselben Brennstoff, ohne dass sich Schlacke bildet. Sein Schub- oder Treppenrost führt die Asche ab, bevor sie verschmilzt. Der Aschebehälter fasst zwei- bis dreimal so viel wie der eines Holzkessels, und die Auskleidung besteht aus Edelstahl oder Schamottesteinen. Ein Filter ist nötig, weil Halmgut um ein Vielfaches mehr Staub freisetzt als Holz. Mit Halmgut erreicht der Kessel seine Nennwärmeleistung nicht: Der 30-kW-Powercorn von Guntamatic leistet mit Getreide und Halmgut 25 kW.
Die Asche von Weizenstroh erweicht bei 998 °C, die von Fichte bei 1.426 °C. Auf dem Rost eines Holzkessels wird es heißer als 973 °C; ein Strohkessel ist deshalb so gebaut, dass sein Rost kühler bleibt.



Hersteller, die Miscanthus als Brennstoff freigeben
Guntamatic gibt Miscanthus für die Modelle Powercorn und Powerchip frei, Hargassner für den Eco-HK und Ökotherm für den Compact. Der Ökotherm Compact mit Gewebefilter gegen den Staub war nach dem Stand von 2021 der einzige Kessel unter 100 kW, der in Deutschland für Miscanthus typgeprüft war.
Kessel, die ohne Herstellerfreigabe mit Miscanthus betrieben werden
ETA gibt Miscanthus nicht frei, doch zwei Höfe in Cornwall heizen damit seit Jahren in ETA-Kesseln der Baureihe Hack mit Segmentrost. Ein deutscher Anbauer im LandTreff-Forum hat auf dieselbe Weise einen Fröling Turbomatic mit 85 kW betrieben. In Deutschland ersetzen jedoch weder die Freigabe eines Herstellers noch ein jahrelanger Betrieb die Typprüfung.
Strohfeuerungen auf Anfrage
Linka und Reka bauen Strohfeuerungen von einigen hundert Kilowatt bis 15 MW, die zerkleinerte Ballen verfeuern. Keiner der beiden Hersteller gibt Miscanthus als Brennstoff frei. Für ein Dorfheizwerk mit einigen hundert Kilowatt sollten Sie bei diesen beiden Herstellern anfragen.
Im DetailAsche, Chlor und die Typprüfung
Asche und Chlor
Spät geerntete Halme hinterlassen 1–3 % Asche. Wird die ganze Pflanze mit den Blättern gepresst, sind es eher 4 %, bei Holz 0,6 %. Gräser lagern Kalium und Chlor in ihren Halmen ein, und zusammen bilden beide eine glasartige Masse, die bei niedriger Temperatur schmilzt. Der Brennstoff enthält 0,04–0,37 % Chlor in der Trockenmasse; die Norm für Holzpellets erlaubt 0,02–0,03 %. Alle Brennstoffkennwerte stehen in Kapitel 02 von Teil eins.
Im Holzkessel
In einem Kessel, der für Holz gebaut ist, bildet sich auf dem heißen Rost harte Schlacke. Das Abgas wird sauer, und der Kessel erreicht seine Nennwärmeleistung nicht mehr. Im LandTreff-Forum berichteten deutsche Anbauer 2022 von extremen Schlackemengen in Holzkesseln und schrieben, wer es versucht habe, habe meist aufgegeben.
Die Typprüfung
Ein Prüfinstitut führt die Typprüfung an einem Kesselmodell mit einem bestimmten Brennstoff durch. Die Typprüfbescheinigung belegt, dass das Modell mit diesem Brennstoff die Emissionsgrenzwerte einhält; der Schornsteinfeger prüft sie, wenn er einen neuen Kessel abnimmt.
Höfe und Dörfer, die mit Miscanthus heizen, und was ein Kessel in Anschaffung und Betrieb kostet
Bei allen Anlagen, die wir gefunden haben und die seit Jahren mit Miscanthus betrieben werden, stammt der Brennstoff von Feldern im Umkreis von wenigen Kilometern.
Anlagen im Betrieb und Fehlschläge
- Elsass · Dorfheizwerk · seit 2011
Bernwiller und Ammertzwiller
27 ha · 400 kWEin Dutzend Landwirte baut Miscanthus für das Dorfheizwerk an. Im Jahr 2023 erhielten sie rund 110 € je Tonne frei Heizwerk. Wer im Dorf ein Haus mit 180 m² hat, zahlt rund 1.500 € im Jahr für Heizung und Warmwasser.
- Cornwall · zwei ETA-Kessel
Burlerrow Farm
2,75 p/kWhDer Hof baut auf 50 Hektar Miscanthus an und erntet 12 t je Hektar. Das Häckselgut verfeuert er in zwei ETA-Kesseln mit 90 und 130 kW. Es kostet ihn 2,75 Pence je Kilowattstunde; gekaufte Holzhackschnitzel kosten 4,8 Pence und Heizöl mehr als 10 Pence.
- Bayern · Hargassner 90 kW · seit 2007
Familie Lechermann
30 haDie Familie pelletiert die Ernte selbst und heizt damit ein Wohnhaus, den Hof und ein Autohaus.
- Niederösterreich · 70 kW
Familie Schützenhofer
20 ha · 80 %Der 70-kW-Kessel der Familie verfeuert einen Brennstoff, der zu 80 % aus Miscanthus von 20 Hektar besteht. Der Aschebehälter wird alle vier Wochen geleert.
- Oberösterreich · gepflanzt 2005
Familie Hebenstreit
0,2 haDie Ernte reicht für das gesamte Warmwasser der Familie.
- Nordrhein-Westfalen · Strohfeuerung
Haus Düsse
130.000 Liter HeizölDie Linka-Anlage mit 400 kW ersetzte 130.000 Liter Heizöl im Jahr. Sie liefert Wärme für 650 Sauen, einen Getreidetrockner und vier Wohnungen, verbrennt 364 t Stroh aus dem eigenen Betrieb und erfordert rund 200 Arbeitsstunden im Jahr.
- Deutschland · Holzkessel
Die Fehlschläge
50 % SchlackeAlle Fehlschläge, die wir gefunden haben, betrafen Kessel, die für Holz gebaut sind. Ein Nutzer verfeuerte Miscanthus-Briketts in einem Holzvergaserkessel; die Hälfte des Brennstoffs blieb als harte Schlacke zurück, und er brach den Versuch ab. Mehrere weitere Nutzer berichten im LandTreff-Thread über Hackschnitzelkessel von demselben Problem.



Die Betriebskosten liegen höher als bei einem Gaskessel
Die Betriebskosten, mit denen wir rechnen, stammen von der größten Hofanlage, die wir in Deutschland gefunden haben: der Strohfeuerung mit 400 kW auf Haus Düsse. Dort verbrauchen Fördertechnik und Gebläse Strom für 5–8 € je Megawattstunde Wärme, und die Arbeitsstunden am Kessel kosten 4–5 €. Beides kommt zu den Erzeugungskosten der Ballen hinzu.
Der Kesselpreis
Eine Hackschnitzelanlage für ein Wohnhaus kostet in Deutschland eingebaut 20.000–38.000 €, ein Gaskessel 8.500–16.000 €. Für Ballenkessel in Hofgröße gibt es Preise nur auf Anfrage.
Muss der alte Kessel ohnehin ersetzt werden, fallen für den Umstieg nur diese Mehrkosten an. Sie lassen sich wie jede andere Anschaffung finanzieren.
Nach der seit Juli 2026 geltenden Richtlinie bezuschusst die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM; KfW-Zuschuss 458) einen Strohkessel mit bis zu 80 % der förderfähigen Kosten von höchstens 28.000 €. Eigentümer, die eine Ölheizung ersetzen, erhalten ohne Einkommensbonus 46 %. Gefördert werden nur Kesselmodelle, die einzeln in der Liste der förderfähigen Anlagen aufgeführt sind. Der Antrag muss gestellt werden, bevor der Fachbetrieb mit den Arbeiten beginnt.
Darin enthalten sind die Ballen zu Erzeugungskosten, der Strom für die Fördertechnik und die Arbeitsstunden im Heizraum, nicht aber die Jahresrate für den Kessel.
Vorschriften für Miscanthus-Feuerungen auf Höfen und in Wohnhäusern, nach Ländern
In Deutschland darf Miscanthus in automatisch beschickten Kesseln verfeuert werden, die für diesen Brennstoff typgeprüft sind, nicht aber in Pelletöfen; ab 100 kW Feuerungswärmeleistung ist eine Genehmigung nötig. In Polen verlangen die Anti-Smog-Beschlüsse einen Ökodesign-Nachweis, den es für Strohkessel nicht gibt. In Frankreich gibt es für Wohnhäuser keine eigene Regel, und die österreichischen Vorschriften für kleine Kessel konnten wir nicht prüfen.
Kleine Kessel. Nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) gehört Miscanthus zu den Brennstoffen nach § 3 Abs. 1 Nr. 8, „Stroh und ähnliche pflanzliche Stoffe“. Er darf in automatisch beschickten Feuerungsanlagen eingesetzt werden, deren Modell für diesen Brennstoff typgeprüft ist, und zwar ab 4 kW Nennwärmeleistung bis zur Genehmigungsgrenze von 100 kW Feuerungswärmeleistung. Die Emissionsgrenzwerte liegen bei 20 mg/m³ Staub und 0,4 g/m³ Kohlenmonoxid; der Schornsteinfeger misst die Emissionen alle zwei Jahre. Auch Privathaushalte dürfen solche Kessel betreiben; Pelletöfen fallen nicht darunter. Welcher Kessel die Typprüfung bestanden hat, steht in Kapitel 04.
Größere Anlagen. Ab 100 kW Feuerungswärmeleistung ist eine Anlage nach Anhang 1 Nr. 1.2.4 der 4. BImSchV genehmigungsbedürftig. Die Genehmigung wird im vereinfachten Verfahren erteilt, und es gilt die TA Luft. Maßgeblich ist die Feuerungswärmeleistung, also die Leistung, die dem Kessel mit dem Brennstoff zugeführt wird, und nicht seine Nennwärmeleistung. Ein Kessel mit 90 kW Nennwärmeleistung kann deshalb bereits genehmigungsbedürftig sein. Bei Brennstoffpartien mit hohem Chlorgehalt kann das Abgas den Grenzwert für Chlorwasserstoff von 30 mg/m³ überschreiten. Das bayerische Technologie- und Förderzentrum (TFZ) maß im ungereinigten Abgas rund 100 mg/m³.
Kleine Kessel. Die Vorschriften für Kessel in Wohnhäusern haben wir nicht geprüft.
Größere Anlagen. Ab 0,1 MW führt die Feuerungsanlagen-Verordnung (FAV 2019) Miscanthus als Brennstoff auf.
Kleine Kessel. Die Anti-Smog-Beschlüsse der einzelnen Woiwodschaften verlangen einen Kessel, der die Ökodesign-Anforderungen der EU erfüllt, und Brennstoff mit weniger als 20 % Wassergehalt. Die Ökodesign-Verordnung ordnet Miscanthus der nicht holzartigen Biomasse zu und nimmt Kessel für solche Brennstoffe von ihrem Geltungsbereich aus. Für Strohkessel gibt es deshalb keinen Ökodesign-Nachweis. Prüfen Sie vor dem Kauf eines Kessels den Beschluss, der in Ihrer Woiwodschaft gilt.
Kleine Kessel. Für Wohnhäuser gibt es keine eigene Regel. Die Landwirtschaftskammer Nouvelle-Aquitaine empfiehlt einen beweglichen oder feuerfesten Rost.
Größere Anlagen. Nach Rubrik 2910 des französischen Anlagenrechts (ICPE) ist unter 1 MW kein Verfahren nötig; von 1 bis 20 MW ist eine Anzeige erforderlich und von 20 bis 50 MW eine Registrierung.
Größere Anlagen
Oberhalb von 100 kW unterscheiden sich die Regeln von Land zu Land. In Deutschland gelten für Miscanthus strengere Vorschriften als für Holz: Eine Holzfeuerung ist dort erst ab 1 MW genehmigungsbedürftig. Die EU-weiten Vorgaben, auch für Anlagen über einem Megawatt, stehen in Kapitel 05 von Teil eins; die Energiebilanz und die CO₂-Zahlen finden Sie dort in Kapitel 06.
Seit 2021 gilt in Deutschland nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ein CO₂-Preis auf Erdgas und Heizöl. Ab 2028 erfasst der zweite EU-Emissionshandel (ETS 2) beide Brennstoffe in allen Mitgliedstaaten.
Für die Wärme eines Hofs sind drei Hektar Miscanthus nötig, für ein Haus ein Drittel Hektar
Miscanthus wird nur einmal gepflanzt, mit 17.800 Rhizomen je Hektar auf einer Fläche, die wie für Mais vorbereitet ist. Rhizome sind Stücke des unterirdischen Sprosses, aus denen die Pflanze wächst. Geerntet wird danach 20 Jahre lang jeden Winter, zum ersten Mal im Januar nach der zweiten Vegetationsperiode. Die erste Ernte liegt bei etwa 60 % eines vollen Ertrags und wird ab dem dritten Herbst nach der Pflanzung verfeuert.
Die Mindestbestellung
Unsere Mindestbestellung liegt bei drei Hektar. Auf einem normalen Feld bei uns reicht das für die Wärme eines Hofs oder für zehn Häuser mit je einem Drittel Hektar. Wer ein Haus oder ein Anwesen mit eigenem Land hat, kann für die Nachbarn mitpflanzen oder den Überschuss über einen Liefervertrag verkaufen. Die 20-Jahres-Kalkulation, das Cashflow-Diagramm und der Markt für Ballen sind in Kapitel 07 von Teil eins beschrieben.
Die Amortisation
Unser Planungsmodell enthält Pacht und Ernte, aber nicht den Kessel. Ersetzen die Ballen eines Hektars Gas, sind seine Pflanzkosten, mit deutscher Pacht gerechnet, im dritten Jahr gedeckt. Das Gas ist dabei mit dem Preis bewertet, den ein Betrieb in Hofgröße in Deutschland zahlt. Werden die Ballen stattdessen zum deutschen Preis ab Hof verkauft, sind die Pflanzkosten im neunten Jahr gedeckt.
Wenn Sie kein eigenes Feld haben
- Ballen werden in ganzen Lkw-Ladungen zwischen Betrieben gehandelt; einen Anbieter, der sie an Privathaushalte liefert, haben wir nicht gefunden. Wir liefern Pflanzgut und haben keinen Brennstoff im Angebot.
- Zum Preis, den Höfe untereinander zahlen, käme der Brennstoff für das Haus mit 150 m² aus Kapitel 02 einschließlich Lieferung auf rund 810 € im Jahr, gegenüber 2.940 € für Erdgas zum deutschen Haushaltspreis. Für das Haus wären außerdem ein Hackschnitzelkessel mit Treppenrost für 20.000–38.000 €, ein Lager von der Größe einer Doppelgarage und die Erlaubnis nötig, den Brennstoff zu verfeuern. In Deutschland ist das in einem Kessel erlaubt, dessen Modell die Typprüfung mit diesem Brennstoff bestanden hat, in einem Pelletofen jedoch nicht. In den polnischen Anti-Smog-Zonen braucht ein Kessel einen Ökodesign-Nachweis, den es für Strohkessel nicht gibt.
- Zu Preisen von 2025 kosten Miscanthus-Pellets je Tonne etwa so viel wie Holzpellets. Sie liefern aber je Tonne weniger Wärme und bilden im Pelletkessel harte Klumpen aus geschmolzener Asche.
- Für ein Haus ohne Land kommt ein gemeinsames Dorfheizwerk infrage, wie es in Kapitel 05 für das Elsass beschrieben ist.
Wenn Sie mit Gas oder Pellets heizen und kein Land haben, empfehlen wir, die vorhandene Heizung zu behalten. Ballen sind zwar als Brennstoff billiger, aber Kessel und Scheune würden mehr kosten, als Sie beim Brennstoff einsparen, und mancherorts würde keine Genehmigung erteilt.


Miscanthus wird einmal gepflanzt und 20 Winter lang als Brennstoff geerntet
Ein Hof
Pflanzen Sie drei Hektar, unsere Mindestbestellung, um Wohnhaus, Werkstatt und Wirtschaftsgebäude zu heizen. Planen Sie einen Strohkessel mit Pufferspeicher ein, dazu eine Scheune oder einen abgedeckten Stapel für die Ballen. Unter 100 kW Feuerungswärmeleistung muss der Kessel für den Brennstoff typgeprüft sein, ab 100 kW ist die Anlage genehmigungsbedürftig.
Ein Haus oder ein Anwesen
Rechnen Sie mit einem Drittel Hektar je Haus. Die Mindestbestellung reicht für rund zehn Häuser; pflanzen Sie also für Ihre Nachbarn mit oder verkaufen Sie den Überschuss über einen Liefervertrag. In Kapitel 05 finden Sie Kessel, die im Elsass, in Cornwall, in Bayern und in Österreich bereits in Betrieb sind.
Ein Haus ohne Land
Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach einem Dorfheizwerk. Im Elsass beliefert ein Dutzend Landwirte ein solches Heizwerk, und wer dort wohnt, zahlt eine Jahresrechnung für Heizung und Warmwasser (siehe Kapitel 05). Wir liefern solchen Landwirten das Pflanzgut.
Die beiden anderen Teile der Reihe „Miscanthus als Brennstoff“
Darin finden Sie die Brennstoffdaten, den Wärmepreis nach Brennstoff und Land seit 2020, die Energiebilanz und die CO₂-Zahlen, die Vorschriften und die 20-Jahres-Kalkulation für einen Hektar.
Lesen Teil zwei: GetreidetrocknerGetreidetrocknung mit Miscanthus: die Kosten je Tonne Mais mit Ballen, Hackschnitzeln und GasWir beschreiben Betriebe, die von Gas umgestiegen sind, und die Kosten für Feuerung und Beschickung. Dazu kommen ein Vollkostenvergleich für einen Trockner und die Rechnung für eine Zuckerfabrik.
LesenHäufig gestellte Fragen
In einem solchen Kessel lässt sich Miscanthus nur für kurze Zeit verbrennen. Miscanthus-Asche erweicht bei etwa 970 °C, und der Chlorgehalt ist um ein Mehrfaches höher als bei Holzpellets. In einem Kessel, der nur für Holz gebaut ist, schmilzt die Asche zu harter Schlacke zusammen, und das Abgas greift den Stahl an. Für diesen Brennstoff sind ein Schub- oder Treppenrost, eine Auskleidung für Halmgutbrennstoffe und ein Filter nötig. Guntamatic, Hargassner und Ökotherm geben ihn als Brennstoff frei, und auch in Kesseln von ETA und Fröling wurde er schon verfeuert. Linka und Reka bauen Strohfeuerungen für zerkleinerte Ballen, geben Miscanthus aber nicht als Brennstoff frei.
Kalium und Chlor in den Halmen bilden eine glasartige Masse, die auf einem heißen Rost schmilzt. Ernten Sie spät, damit über den Winter ein Teil des Kaliums und des Chlors aus den Halmen ausgewaschen wird, und halten Sie den Rost in Bewegung. Wenn Sie einen Holzkessel verwenden müssen, mischen Sie Hackschnitzel bei oder geben Sie dem Brennstoff 0,3–0,5 % Kalkhydrat zu, wie es Anbauer im LandTreff-Forum tun.
Es bleiben 2–4 % des Brennstoffs als Asche zurück, drei- bis siebenmal so viel wie bei Holz. Bei den Hofkesseln, die wir in Frankreich und Österreich gefunden haben, wird der Aschebehälter im Winter etwa einmal im Monat geleert. Rostasche aus naturbelassenem Pflanzenmaterial darf auf dem Feld ausgebracht werden, soweit das Düngerecht es zulässt.
Ein Haus mit 150 m² und einem Wärmebedarf von 20.000 kWh im Jahr braucht bei einem Kesselwirkungsgrad von 82 % sechs Tonnen Ballen. Das ist die Ernte von etwa einem Drittel Hektar. Unsere Mindestbestellung an Pflanzgut liegt bei drei Hektar; das reicht für zehn Häuser oder einen Hof.
Das Abgas enthält mehr Stickoxide und mehr Chlorwasserstoff als bei der Verbrennung von Holz und ist deshalb saurer. Es greift einfache Stahlkessel und Brennwertkessel an. Kessel für Stroh sind mit Edelstahl oder feuerfestem Material ausgekleidet und haben einen Filter, damit sie dieselben Staubgrenzwerte einhalten wie Holzkessel.
Ein Haus braucht für ein Jahr etwa 40 m³ Ballen; das entspricht einem Lager von der Größe einer Doppelgarage. Für dieselbe Wärmemenge nehmen Ballen vier- bis fünfmal so viel Platz ein wie Pellets. Sie werden deshalb auf Paletten oder Kies in einer Scheune mit offenen Giebelseiten gelagert. Rundballen können auch unter einer Plane im Freien gelagert werden. In einem neunmonatigen Versuch verloren abgedeckte Ballen 0,8 % ihrer Trockenmasse, nicht abgedeckte 9 %.
Ja, aber bis der Bestand beseitigt ist, vergehen zwei Vegetationsperioden, weil die Rhizome nach nur einer Behandlung wieder austreiben. Die University of Maryland hat dazu Feldversuche angelegt, deren Ergebnisse 2024 veröffentlicht wurden. Am stärksten unterdrückt wurde der Bestand, wenn man ihn zweimal mähte, den Neuaustrieb nach jedem Schnitt mit Glyphosat spritzte und die Fläche mit der Scheibenegge bearbeitete. Trotzdem erholten sich die Pflanzen innerhalb eines Jahres. Deshalb muss auch in der Folgekultur der Durchwuchs bekämpft werden. Verwenden Sie nur Mittel und Aufwandmengen, die in Ihrem Land zugelassen sind.
Wenn man nur den Brennstoff rechnet, sind Miscanthus-Ballen billiger. Zu Preisen vom April 2026 kostet eine Megawattstunde Wärme rund 36 € mit Ballen, die in Deutschland ab Hof gekauft werden, und 40 € mit gelieferten Ballen. Mit Holzpellets kostete dieselbe Wärme 81 € im Jahr 2025, 97 € im Durchschnitt von Januar bis September 2026 und 107 € im September 2026. Setzt man eigene Ballen mit ihren Erzeugungskosten an, kostet die Wärme 21–27 €. Wird die ganze Heizung eingerechnet, ist Miscanthus nur mit eigenem Feld günstiger, weil ein Strohkessel mehr kostet als ein Pelletkessel und für die Ballen eine Scheune nötig ist. Miscanthus-Pellets kosten mit 340–360 € je Tonne etwa so viel wie Holzpellets zu Preisen von 2025. Sie liefern aber je Tonne weniger Wärme und müssen in einem Kessel für Agrarpellets verbrannt werden. Ein Haushalt ohne eigenes Land sollte bei Holzpellets bleiben.
In der Praxis ist das kaum möglich. Ballen werden in ganzen Lkw-Ladungen zwischen Betrieben gehandelt, in Deutschland für rund 120 € je Tonne ab Hof und 135 € frei Hof. Einen Anbieter, der an Privathaushalte liefert, haben wir nicht gefunden. Miscanthus-Pellets kosten mit 340–360 € je Tonne etwa so viel, wie Holzpellets 2025 gekostet haben, und liefern weniger Wärme. Sie müssen in einem Kessel für Agrarpellets verbrannt werden und eignen sich nicht für einen Pelletofen. Kessel und Scheune würden mehr kosten, als Sie beim Brennstoff einsparen, und mancherorts würde keine Genehmigung erteilt. Für ein Haus ohne Land kommt ein Dorfheizwerk infrage, das wie im Elsass von einem Dutzend Landwirten aus der Umgebung beliefert wird. Solche Landwirte versorgen wir mit Pflanzgut; Brennstoff verkaufen wir nicht.
Über diesen Artikel
Diesen Artikel haben wir selbst geschrieben. Wir bauen Miscanthus an und verkaufen Pflanzgut. Verwendet haben wir die unten aufgeführten Quellen und unsere eigenen Zahlen.
Die Angaben entsprechen dem Stand bei der Veröffentlichung. Preise und Vorschriften ändern sich, und Fehler sind möglich. Prüfen Sie die Zahlen daher, bevor Sie sich darauf stützen.
Wenn Sie einen Fehler finden oder genauere Zahlen haben, schreiben Sie uns an info@miscanthus.eu oder nutzen Sie das Formular weiter unten.
Quellen
- TFZ Straubing, K. Reisinger. Thermische Verwertung von Miscanthus im Vergleich zu Holz (2009), Landtechnikbericht 154: Heizwert 17,7 MJ/kg TM; Asche 3,9 % (2,3–5,6); Ascheerweichung 973 °C; Cl 0,22 %, K 0,72 %; Messungen von HCl und Staub; Empfehlung, Miscanthus nicht in herkömmlichen Hackschnitzel- oder Pelletkesseln zu verfeuern.
- TFZ, Anbauhinweise Chinaschilf (2007): Wassergehalt bei später Ernte ≤ 15 %; Standortansprüche.
- FNR, Basisdaten Bioenergie (2022): Heizwert 14,6 MJ/kg bei 15 % Wassergehalt; Schüttdichten.
- Jensen, E. et al. (2017). Wassergehalt, Asche und Chlor der Halme im Frühjahr bei sechzehn Miscanthus-Genotypen. PMC5412913.
- Sood, K. et al. (2014). Neun Monate Lagerung von Miscanthus-Ballen: Trockenmasseverlust 0,77 % abgedeckt, 9,24 % offen. ASABE.
- Frontiers in Energy Research (2025). Ascheablagerungen in kleinen Biomassefeuerungen: Chlorid und Kalium in Miscanthus-Pellets im Vergleich zu Nadelholz.
- Threads im LandTreff-Forum (2011, 2022, 2025); holzheizer-forum (2017), der Fall der verschlackten Briketts; Chambre d’agriculture Nouvelle-Aquitaine, recommandation miscanthus biocombustible (2026); Fachnotiz des CIBE (2011).
- Guntamatic (Powercorn, Powerchip), Hargassner (Eco-HK), Ökotherm (Compact), ETA (Hack), Linka Energy, Reka: Herstellerunterlagen, 2026.
- Eurostat, nrg_pc_202 (Gas für Haushalte, Verbrauchsband D2, mit allen Steuern und Abgaben) und nrg_pc_204 (Strom für Haushalte, Verbrauchsband DC), Deutschland, 2024-S1 bis 2026-S1, Stand 7. Oktober 2026; nrg_pc_203 (Gas für Nichthaushaltskunden ohne Mehrwertsteuer, Verbrauchsbänder I1 und I3) für die Preise der Höfe.
- Guntamatic, Preisliste 2026: Powercorn 75 mit EC-Filter, Lager BOX und Austragung FLEX, netto; Guntamatic, Produktseite Powercorn 30/50 (2026): keine Typprüfbescheinigungen für pflanzliche Brennstoffe; 4. BImSchV, Anhang 1 Nr. 1.2.4 (andere feste Brennstoffe als Kohle und naturbelassenes Holz, 100 kW bis unter 50 MW Feuerungswärmeleistung, vereinfachtes Verfahren); Vollmer, K. & Rogers, E. (2024), Considerations for terminating giant miscanthus on Maryland farms, University of Maryland Extension, FS-2023-0685.
- Destatis, Statistischer Bericht Energiepreisentwicklung, Tabelle 61241-11 (Heizöl, ohne Mehrwertsteuer; wir haben 19 % Mehrwertsteuer hinzugerechnet); Pelletpreisindex von DEPI/DEPV (6 t, mit Mehrwertsteuer), 2020–2026.
- Banque des Territoires (2. Mai 2023) und France Miscanthus (Bernwiller/Ammertzwiller); Fallstudie von Biomass Connect (Burlerrow Farm); Referenzbroschüre von Hargassner (Lechermann, Schützenhofer, Hebenstreit); LWK NRW, Haus Düsse (25. Januar 2007), Strohfeuerung Farwick: Strom und Arbeitszeit.
- Heizspiegel 2026 (co2online), Abrechnungsjahr 2025: 127 kWh/m² im Jahr für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung, 26,2 ct/kWh für Wärmepumpenstrom; Kesselheld, heizung.de, Bosch, greenox, Verivox, enter.de (Kesselpreise, 2025–2026); Agraventa (Preis für Miscanthus-Pellets).
- 1. BImSchV § 3 Abs. 1 Nr. 8, § 5 Abs. 3, § 15; KÜO; Richtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026 und KfW-Merkblatt 458 (September 2026): 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus, Einkommensbonus, förderfähige Kosten bis 28.000 €; Ökodesign-Verordnung (EU) 2015/1189; polnische Anti-Smog-Beschlüsse; österreichische FAV 2019.
- Ballenpreise: agrarheute (7. April 2026: rund 120 € je Tonne ab Hof in Deutschland); Novabiom und der Vertrag von Bernwiller (Frankreich); Farmers Weekly (2020) und Biosorb (2024) (Großbritannien); unser eigener Preis ab Feldrand.
- MCP-Richtlinie (EU) 2015/2193; Industrieemissionsrichtlinie 2010/75/EU; EU-Emissionshandelsrichtlinie und ETS 2; RED III, Richtlinie (EU) 2023/2413, Art. 3 und Art. 29.
- Zelena Biomasna Energija, Miscanthus × giganteus CAPEX and OPEX structure: 1-hectare reference model, Kroatien, September 2026 (auf Planungsniveau; ohne Finanzierung, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Rodung der Plantage); hier gerechnet mit Pflanzgut zum Listenpreis.
- Wirtschaftlichkeit je Hektar: miscanthus.eu/de/buy (Preise für Pflanzgut); unsere Erntekosten, Erträge und unser Preis; LfL Bayern, Deckungsbeiträge 2023–25; LfULG Sachsen (2014); Chambre d’agriculture de l’Oise (2025); Hastings, A. et al. (2017); Destatis, Agrarstrukturerhebung 2023 (Pacht für Ackerland, 407 € je Hektar); die Versuchsreihen aus Poltawa und Potasch hinter den Ertragsstufen.
- Fotos: Die Aufnahmen unserer eigenen Felder stammen von uns, aus dem Februar 2026 und früheren Wintern; alle anderen sind in ihren Bildunterschriften genannt.


